„Hier wird die Kunst in den Alltag hineingeholt“

VBKW-Ausstellung „Im Atelier“ in der Kreissparkasse in Waiblingen – Höchst individuelle und verschiedenartigste künstlerische Positionen
„Boxer“ von Ubbo Enninga und „Atelierfenster mit Vincent van Gogh“ von Heiner Lucas: Die Ausstellung in Waiblingen zeigt sowohl Kunstwerke als auch Ateliersituationen.Fotos: E. Layher

WAIBLINGEN (ik/pm). Mit über 500 Gästen wurde die Ausstellung „Im Atelier“ in der Direktion der Kreissparkasse in Waiblingen eröffnet. 44 Künstler – Mitglieder des Verbandes Bildender Künstler und Künstlerinnen Württemberg (VBKW), Region Rems-Murr – sind mit ihren Arbeiten vertreten, darunter Heiner Lucas aus Murrhardt, Peter Haußmann aus Weissach im Tal und Siegbert Hummel aus Allmersbach im Tal. Präsentiert wurde auch ein neuer Künstlerkatalog – ebenfalls unter dem Titel „Im Atelier“. Dieser stellt mit eindrucksvollen Fotos alle Künstler des regionalen VBKW vor. Bei der Werkschau in der Kundenhalle der Kreissparkasse wurde die Ateliersituation zum Grundgerüst der Ausstellungskonzeption gewählt. Staffeleien und Pinsel sind genauso zu finden wie die damit geschaffenen Werke. Zu sehen sind über drei Etagen Kunstwerke in unterschiedlichen Materialien und Techniken: Malerei und Skulpturen, Arbeiten in Aquarell, Acryl und Öl, bis hin zu Werken aus Marmor und Holz. Zum bereits achten Mal hat der VBKW in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse eine Ausstellung auf die Beine gestellt. SWN-Vorstandsvorsitzender Albert Häberle würdigte bei der Eröffnung unter anderem das Engagement von Jan Welker. Dieser zeichnete maßgeblich für die Organisation und Umsetzung der Kunstausstellung verantwortlich. „Wenn die Kreissparkasse ihre Räume öffnet für die Kunst, so ist das eine gesellschaftlich enorm wichtige wie wirksame Geste: Hier wird die Kunst in den Alltag hineingeholt. Sie wird als elementarer Bestandteil des Lebens definiert – der seine Berechtigung auch außerhalb des Ghettos Museum hat“, sagte Adrienne Braun in ihrer Einführung. Einige der Arbeiten griff sie heraus, zum Beispiel die Objekte aus Stahl von Peter Haußmann. „Er zitiert uns bekannte Objekte wie Möbel oder Tiere, die aber doch aus dem Alltag herausgenommen und zu eigenständigen künstlerischen Formen werden – groß, still, würdig.“

Im Museum sei es einfach, vor einem Rembrandt oder einem Rubens zu stehen und zu jauchzen: fantastisch. Brillante Malerei. Grandios. „Hier haben wir es aber weder mit einem verbürgten Kanon zu tun, noch mit einer auf ein Konzept, auf einen Sinn, eine These hin kuratierte Ausstellung.“ Vielmehr sei die Werkschau eine Schule des Sehens: „Sie bekommen Einblicke in ganz unterschiedliche, höchst individuelle künstlerische Positionen, die erst einmal nur für sich stehen. Anders als im Museum, das (...) immer noch als Autorität fungiert und dadurch die Rezeption letztlich auch manipuliert, ist hier der mündige Betrachter gefragt.“ Der Künstlerkatalog „Im Atelier“ kostet übrigens 18 Euro. Bekommen kann man ihn im Buchhandel oder beim VBKW. 49 Künstler aus dem Rems-Murr-Kreis wurden von Lutz Schelhorn porträtiert und stellen ihr Schaffen vor.

Die Ausstellung „Im Atelier“ ist bis zum 16.April in der SWN-Direktion in Waiblingen (Alter Postplatz 8) zu besichtigen: montags und donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr sowie dienstags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr.