Bodenpflege ist das A und O

Grünen-Politiker informierten sich auf dem Biolandhof Trautwein über ökologischen Landbau

Mit dem an der Scheunenwand angebrachten Plakat „Keine Gentechnik auf dem Teller“ hatte Robert Trautwein die zentrale Botschaft des Ortstermins auf den Punkt gebracht: Gestern informierten sich Grünen-Politiker auf seinem Biolandhof über dieses Thema und ökologischen Landbau. Unter ihnen Landesminister Alexander Bonde.

Möchte kleine Betriebe erhalten: Landwirtschaftsminister Bonde.Foto: E. Layher

Mit dem an der Scheunenwand angebrachten Plakat „Keine Gentechnik auf dem Teller“ hatte Robert Trautwein die zentrale Botschaft des Ortstermins auf den Punkt gebracht: Gestern informierten sich Grünen-Politiker auf seinem Biolandhof über dieses Thema und ökologischen Landbau. Unter ihnen Landesminister Alexander Bonde.

Von Mathias Klink

 

KIRCHBERG AN DER MURR. Zusammen mit dem Waiblinger Landtagsabgeordneten Willi Halder und Michael Straub (Wahlkreis Backnang/Schwäbisch Gmünd) freute sich auch dessen Bundestagskandidatskollege Andreas Roll aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber, so viele Gäste zu diesem „interessanten Termin“ auf dem Hof des seit 32 Jahren in Sachen nachhaltiger Landwirtschaft aktiven und engagierten Biobauern Robert Trautwein begrüßen zu können. Er bezeichnete es als wichtig, hiermit unter dem Motto „gute Produkte von guten Landwirten“ ein Zeichen setzen zu können.

Auf 22 Hektar werden bei Trautwein etwa 80 verschiedene Artikel vor allem im Salat- und Gemüsebereich angebaut. „Regionale, frische und schmackhafte Ware“, so Jürgen Trautwein dazu. „Nicht nur ökologisch, sondern auch geschmacklich gut.“ Was eine offenbar zufriedene Kundin, welche zudem die abwechslungsreiche und gute Kost unterstrich, spontan und ungefragt auch bestätigte. „Wir sind ein kleiner, aber vielseitiger Betrieb“, so der Biolandbauer weiter. Am offenen Gewächshaus erläuterte er dabei vor prächtigen Tomaten und Paprikapflanzen den Freilandcharakter seiner Erzeugnisse. „Mit der Befruchtung haben wir normalerweise wenig Probleme“, konstatierte er daher.

Er betonte ferner den wichtigen natürlichen Ausgleich von Schädlingen (Roll: „Die gibt’s in der Politik auch“) und Nützlingen. „Das A und O ist aber die optimale Bodenpflege“, so Jürgen Trautwein, was er unter anderem mit Gründüngung und stetiger Auflockerung des Bodens verdeutlichte. „Den Schatz im Boden müssen wir pflegen“, ergänzte auch Vater Robert. „Und zwar ohne Chemie“. Mit den Worten „Schlimm, wie man diesbezüglich belogen wird“ fand der Senior dazu mühelos den Übergang zum Thema Gentechnik. Und er plädierte in diesem Zusammenhang für die Förderung des biologischen Landbaus.

Im Hofladen, wo sich die Gäste nicht nur einen optischen Eindruck von der angebotenen Produktpalette verschaffen konnten, bedankte sich Alexander Bonde im Vorfeld der seiner Überzeugung nach auch agrarpolitisch spannenden Wahl für die gewonnenen Eindrücke. „Wir sind mittendrin in der zentralen Diskussion, wohin es geht“, war sich der Landwirtschaftsminister hinsichtlich der neuen Förderperiode sicher, in der die grundsätzliche Struktur der nächsten Jahre festgelegt werden wird.

Mit den beiden Säulen von Direktzahlung oder Förder- und Investitionsprogrammen erläuterte er sowohl die geplanten „harten Einschnitte“ als auch eventuelle Möglichkeiten, die sich ergeben könnten. Ziel müsse die Förderung von familiengeprägten und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben sein. Damit nicht wie bislang wenige Großunternehmen einen Großteil der Fördergelder abschöpfen. Wichtig sei ferner die Verbesserung der Strukturen zur ökologischen Nutzung. Das Motto „ohne Gentechnik“ bedeute eine ganz zentrale Weichenstellung. Wobei Bonde die mögliche dramatische Auswirkung von Gentechnik anderswo sowie die aus dem europäischen Recht resultierenden Schwierigkeiten in der Politik ebenso ansprach.

Die Zulassung gentechnisch veränderter Sorten auch durch den Beitrag der Bundesrepublik bezeichnete der Politiker ganz klar und deutlich als „beschämend“. Was auch Robert Trautwein mit einem Vergleich von „gespaltenen Zungen“ bestätigte.

Nach Erläuterung von wichtigen Maßnahmen und Projekten seiner Partei in Baden-Württemberg betonte Bonde das Ziel, dass der Biobereich auch in Lehre und Forschung mehr Chancen erhalten müsse. Gleichzeitig registrierte der Politiker indes auch eine zunehmende Sensibilisierung der Verbraucher, indem etwa Regionalität wieder an Bedeutung gewinne und Skandale den Wert von Qualität verdeutlicht haben. „Die Entscheidung, wo die Landwirtschaft hingeht, wird an der Ladentheke gemacht“, zeigte sich Bonde sicher.