Musik nicht nur für Seebären

Klingender Nachmittag des Akkordeon-Rings Steinbach mit fast 300 Zuschauern in der Dorfhalle

BACKNANG. Dass das Schifferklavier nicht nur etwas für alte Seebären ist, zeigte der Akkordeon-Ring Steinbach bei seinem klingenden Nachmittag. Über hundert Aktive von fünf Jahren an zeigten ihr Können auf dem Instrument und begeisterten mehr als 270 Zuhörer in der Dorfhalle Steinbach.

Das Akkordeonspiel hat in diesem Backnanger Teilort eine lange Tradition. Schon seit den Dreißigerjahren existierte dort eine Harmonikaspielgruppe. 1956 wurde schließlich der Verein des Akkordeon-Rings unter dem Dirigenten Günter Klein gegründet. 25 Jahre später wurde das Schülerorchester unter der Leitung von Otto Kucklies und Rudi Schenek ins Leben gerufen. Seit 1984 ist der Akkordeon-Ring ein fester Bestandteil des Backnanger Straßenfestes, und auch beim alljährlichen Weihnachtsmarkt sind die Musiker des Steinbacher Vereins mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Zum Neubürgerempfang in Backnang spielte man ebenso auf wie zur 750-Jahr-Feier der Murrmetropole.

Im Vordergrund des Akkordeon-Rings steht das Gemeinschaftliche. Das zeigt sich beispielsweise bei länderübergreifenden Auftritten mit Orchestern aus Frankreich oder der ungarischen Partnerstadt Bácsalmás. Ausflüge, Wandern, die Vorspielnachmittage, Wettbewerbe und nicht zu vergessen das Frühjahrskonzert sind wichtige Bestandteile des Vereinslebens. Seit 1998 leitet Stadträtin Siglinde Lohrmann die Geschicke des Akkordeon-Rings. Ihr zur Seite stehen die Zweite Vorsitzende Sandra Doderer und Jugendleiter Bernd Zweigle, die musikalische Leitung haben Bianca Rieger und Martin Spieß.

Aktuell gibt es 116 Akkordeon- und Melodica-Schüler. Bereits im zarten Alter von drei Monaten können Babys mit ihren Eltern den Musikgarten besuchen. Anschließend wird im Rahmen der musikalischen Früherziehung die Klangstraße für Kinder ab vier Jahren angeboten. Ab fünf Jahren kann die Melodica, eine Art Flöte mit Tasten, erlernt werden, ab sechs geht es dann mit dem Akkordeon los. Zusätzlich gibt es noch eine Kooperation mit drei Grundschulen. In den Grundschulen In der Taus, der Grundschule Ober-/Unterbrüden und der Mörikeschule nehmen momentan insgesamt 17 Kinder an der Akkordeon-AG teil. Etwa 60 Schüler sind im Einzel- oder Gruppenunterricht aktiv. Und seit Oktober gibt es den 50+-Kurs mit 13 Schülern. Nicht zu vergessen sind die drei Orchester, das 1. Orchester, das Schülerorchester sowie das AG-Orchester mit insgesamt etwa 55 Aktiven. Kindern möglichst früh das Musizieren nahezubringen ist dem Verein ein großes Anliegen. Da beide Hände beim Spielen des Akkordeons unterschiedlich gefordert sind, wird die Vernetzung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte trainiert. Besonders gut für mathematisches Verständnis, so Lohrmann. Gerade deshalb gibt es die Kooperation mit den drei Grundschulen. Zwanzig Leihinstrumente stellt der Akkordeon-Ring zur Verfügung, um jedem interessierten Schüler die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben.

Und wie der Klingende Nachmittag zeigt, sind besonders viele Kinder mit großem Eifer dabei. Nach dem Auftritt des Schüler- und des AG-Orchesters kommen gemeinschaftliche und Soloauftritte der kleinen Künstler. Auch die Teilnehmer des 50+-Kurses zeigen ihr Können. Dabei ist die Bandbreite der aufgeführten Stücke sehr groß. Egal, ob Spiritual, Walzer, Pop das Akkordeon erweist sich als sehr vielseitiges Instrument. Zum Abschlusskonzert reicht der Platz auf der Bühne in der Dorfhalle gar nicht mehr aus, denn über hundert Akkordeonspieler musizieren gemeinsam. Schwungvoll wird ein abwechslungsreicher Nachmittag beendet. Bei Lets fetz geht noch einmal die Post ab.

Am 5. April findet das Frühjahrskonzert in Steinbach statt. Weitere Informationen für Musikinteressierte gibt es unter www.akkordeon-ring.de.