Das ist natürlich ein Traumergebnis

86,6 Prozent für Sascha Reber Wahlbeteiligung nur 58,8 Prozent Fünf Mitbewerber gingen unter

Grandios, super, Traumergebnis. Die Superlativen kannten gestern Abend keine Grenzen. Im ersten Wahlgang setzte sich Sascha Reber mit 86,6 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen fünf Mitbewerber durch. Mit diesem deutlichen Vorsprung hatte niemand gerechnet. Mit 58,8 Prozent fiel die Wahlbeteiligung allerdings mager aus.

?Eine ideale Startposition?: Der amtierende Bürgermeister Steffen Jäger (links) gratuliert seinem Nachfolger Sascha Reber. Fotos: E. Layher

OPPENWEILER. Kurz vor 18 Uhr. Auf dem Schulhof der Murrtalschule, in der alle Bürger der Gemeinde gewählt haben, versammeln sich die ersten Interessierten. Angekündigt war, dass mit dem Ergebnis ab etwa 18.30 Uhr zu rechnen sei. Viele nutzten den Tag zum Ausflug, den sie auf dem Hof nun ausklingen lassen. Bei vielen gibts nur ein Thema: Wie wird die Wahl ausgehen Für fast alle ist klar: Reber schaffts. Aber, wird er die 50-Prozent-Hürde auch gleich im ersten Anlauf knacken

18.30 Uhr. Mittlerweile stehen rund 150 Bürger auf dem Hof, auf dem sonst unter der Woche tagsüber Mädchen und Jungen herumtollen. Auch die meisten Bürgermeister der Nachbarkommunen sind da. Und auch die Kandidaten selbst. Teilweise mit Partnerin und mit Familie. Nur einer wird nicht gesehen: Wolfgang Ebinger. Ob er ahnte, welch Ergebnis auf ihn zukommen würde

Es ist 18.47 Uhr, da tritt Bürgermeister Steffen Jäger mit einem Zettel und einem Geschenk in den Händen aus der Schule heraus. Schnell bilden die neugierigen Gäste einen weiten Halbkreis um den amtierenden Rathauschef. Ich wills kurz machen, sagt Jäger, nennt die Zahl der abgegebenen Stimmen und die Wahlbeteiligung und dann: Sascha Reber erhielt 1669 der abgegebenen Stimmen. Im Publikum zustimmendes Raunen, erfreutes Gelächter, spontaner Beifall.

Das entspricht einem Stimmenanteil von 86,6 Prozent, ergänzt Jäger. Jetzt werden die Rufe des Erstaunens und der Überraschung noch lauter. Auch der Beifall. Denn jetzt erst wird deutlich, wie überwältigend der Sieg ist.

Wo es einen Sieger gibt, da gibt es auch Verlierer. Die stehen beieinander, wirken geknickt. Jörn Schlicher hat als Zweitplatzierter 6,6 Prozent der Stimmen erhalten, Kevin Latzel liegt dahinter mit 3,6 Prozent und Andreas Vetter mit glatt 1 Prozent ist letzter der ernsthaften Kandidaten. Zusammen haben sich die drei anwesenden Unterlegenen eine Stellungnahme überlegt, die sie auf Anfrage unserer Zeitung auch gemeinsam abgeben: Die Gemeinde hat den Bürgermeister bekommen, die sie verdient. Mit Herz, Hand und Verstand ist Reber angetreten wir wünschen ihm alles Gute.

Steffen Jäger gratuliert Reber zu diesem traumhaften Wahlergebnis. Der amtierende Bürgermeister überreicht seinem Nachfolger eine Krawatte, wie er sie selbst an diesem Abend trägt, mit den Worten: Dass Sie auch gleich als Bürgermeister wahrzunehmen sind. Jäger sieht in diesem Wahlergebnis eine ideale Startchance und eine ideale Startposition für Reber.

Das ist natürlich ein Traumergebnis, kommentierte Reber selbst den Wahlausgang, nachdem er rund 150 Hände geschüttelt hat. Ich bin überwältigt und habe nie mit so einer hohen Prozentzahl gerechnet, sagt der Familienvater, der auch seine drei Kinder mitgebracht hat. Mit einem Sieg hat er gerechnet und auf 50 bis 60 Prozent schon gehofft.

Ein lachendes und ein weinendes Auge zeigt Dietmar Allgaier. Der Erste Bürgermeister der Stadt Kornwestheim ist Rebers Vorgesetzter. Er hat es sich nicht nehmen lassen, das Ergebnis vor Ort mitzuerleben. Ein schmerzlicher Verlust für Kornwestheim, ein Gewinn für Oppenweiler. Die Gemeinde bekommt nun einen fähigen Bürgermeister, so Allgaier.