Mittendrin mit Angeboten in vier Gemeinden

Kreisjugendamt und Samba heben das Sozialraumprojekt four Mi für das Weissacher Tal mit Althütte aus der Taufe Konzeption macht flexible Hilfe möglich

Anderthalb Jahre haben die Beteiligten daran gebastelt, jetzt steht es: Das Konzept für das Sozialraumprojekt des Jugendamts im Weissacher Tal. Es trägt den Kurztitel four Mi. Das steht für die vier Gemeinden des Weissacher Tals mit Althütte sowie das Mittendrin in Unterweissach als tragender Säule.

Stellen ihr Sozialraumprojekt vor (von links): Harry Müller, Melanie Hirsch und Thomas Schneider in der Kontaktstelle Mittendrin. Foto: A. Fechter

Anderthalb Jahre haben die Beteiligten daran gebastelt, jetzt steht es: Das Konzept für das Sozialraumprojekt des Jugendamts im Weissacher Tal. Es trägt den Kurztitel four Mi. Das steht für die vier Gemeinden des Weissacher Tals mit Althütte sowie das Mittendrin in Unterweissach als tragender Säule.

 

 

WEISSACH IM TAL. Die griffige Kurzbezeichnung four Mi soll aber nicht nur den regionalen Bezug herstellen, erklärt die Sozialpädagogin Melanie Hirsch. Der Name enthält vielmehr auch ein Wortspiel mit dem englischen for me, also für mich. So signalisiert der Begriff Jugendlichen und Eltern, dass das Programm für sie da ist. Entsprechend wurde auch ein 4-Mi-Logo entwickelt, in dem sich die vier Gemeinden wiederfinden: Allmersbach im Tal, Auenwald und Weissach im Tal sowie Althütte. Der Begriff Mittendrin steht dabei nicht nur für die Kontaktstelle in der Forststraße in Unterweissach, sondern auch für die Idee mittendrin in den vier Gemeinden.

Charakteristisch für das Sozialraumprojekt ist die dezentrale Ausrichtung. Melanie Hirsch, die für Samba-Mobil arbeitet und zusätzlich als Schulsozialarbeiterin am Bildungszentrum tätig ist, hat zwar im Mittendrin ihr Büro. Dort kann sie organisatorische Aufgaben erledigen, telefonieren, E-Mails bearbeiten und die vielfach geforderten Dokumentationen erstellen. Doch die praktische Arbeit findet zum allergrößten Teil vor Ort statt. Beispiel Eltern-Kind-Kochen: In dem Kurs in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt werden mit den Teilnehmern einfache und preisgünstige Rezepte für die ganze Familie ausprobiert und das Ganze passiert in der Lehrküche des Bildungszentrums. Oder das Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit Fabian Baur, der in Cottenweiler die Kunstwerkstatt Die Klammer betreibt: Dort sind zwei Schülergruppen kreativ tätig zum einen Grundschüler aus Althütte und Sechselberg, zum anderen Fünft- und Sechstklässler vom Bize. Ihre Werke sollen am Ende im Jugendamt in Backnang ausgestellt werden.

Unterm Strich gliedert sich das Konzept in vier Hauptmodule. Bei den flexiblen Kleingruppenangeboten geht es darum, Gruppen und Grüppchen aufzusuchen und anzusprechen sowie auszuloten, woran es fehlt. Die Anlässe und Zielgruppen können unterschiedlich sein mal handelt es sich vielleicht um Jungs, die auf Spielplätzen Unfug treiben, mal um Mädchen im Teenie-Alter, die sich als Clique danebenbenehmen, oder auch um verhaltensauffällige Kinder an einer Grundschule, an der es keine passende soziale Gruppenarbeit gibt. Dabei können unterschiedliche Projekte angepackt werden, etwa die Teilnahme an einem Seifenkistenrennen mit eigenem Mobil.

Auch den Eltern sollen Angebote gemacht werden, etwa der bereits angelaufene monatliche Elterntreff oder das Eltern-Kind-Kochen. Möglich sind aber auch Programme wie Väter-Kind-Fußball oder Seminare, um die Erziehungskompetenz zu stärken.

Hinzu kommt ferner die sogenannte Einzelfallarbeit. Eltern, Kinder und Jugendliche können beispielsweise Rat und Unterstützung erhalten, wenn es gilt, Problemlagen im Alltag zu überwinden. Oftmals geht es aber auch darum, Wegweiserfunktion zu erfüllen, wenn sich Bedarf für eine weitergehende Jugendhilfeleistung zeigt, etwa im Rahmen der Familien- oder der Drogenberatung.

Im Rahmen der Netzwerkarbeit geht es schließlich um den regelmäßigen Austausch mit Schulen, Kirchen, Kommunen und Vereinen, aber auch um den Aufbau und die Pflege von Kontakten zu ehren- oder hauptamtlich tätigen Kräften im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Vielfach entstehen daraus Projekte, die in Kooperation angeboten werden.

Wie sich das alles in der Praxis entwickelt, wird sich weisen: Wir stehen noch ganz am Anfang, erklärt Samba-Mitarbeiter Thomas Schneider, wir sind selber gespannt. Das Konzept sei auf Flexibilität ausgelegt, um auf unterschiedliche Bedarfslagen reagieren zu können.