Alle Hilfen unter einem Dach

Kreisdiakonieverband in Backnang in neuen Räumen in der Oberen Bahnhofstraße

Wenn das Lebensschiff zu kentern droht, sind oft die Mitarbeiter der diakonischen Einrichtungen gefragt. Der Kreisdiakonieverband mit seinen zahlreichen Hilfsangeboten ist innerhalb Backnangs umgezogen. In der Oberen Bahnhofstraße 16 finden sich nun fast alle Dienste unter einem Dach. Gestern gab es eine Feierstunde zur Einweihung.

Infos aus erster Hand: Die Fachbereichsleiter, hier Barbara Monauni, führten durch die neuen Räumlichkeiten.Foto: A. Becher

BACKNANG. Vielfältig sind die Hilfen, die hier angeboten werden: Die Diakonische Bezirksstelle mit Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung und die sozialpsychiatrischen Hilfen, die Schuldner- und die Suchtberatung, sowie die Gruppen der Trauerarbeit sind jetzt am neuen, barrierefrei zu erreichenden Standort vereint. Einzig der Jugendmigrationsdienst verbleibt an seinem bisherigen Standort am Burgplatz - also in unmittelbarer Nähe zu der neuen Dienststelle.

Rund 1900 Klienten nahmen 2013 die Suchtberatung des Diakonieverbandes an den Standorten Backnang, Schorndorf und Waiblingen in Anspruch. Etwa 850 Personen suchten die sozialpsychiatrischen Hilfen auf, über 1400 Personen kamen zur Paar-, Familien, Lebens- und Sozialberatung. Insgesamt waren es rund 5000 Personen, die bei 20000 Kontakten beraten wurden.

Sämtliche Angebote sind konfessions- und nationalitätenübergreifend. Wir sind für jeden da, betont Geschäftsführer Gerhard Rall vom Kreisdiakonieverband. 100 Mitarbeiter zählt der Verband im Rems-Murr-Kreis, etwa 15 davon in Backnang. Mit dem Einzug unter einem Dach sollen die Strukturen effizienter und die Zusammenarbeit noch enger werden, sagte Gerhard Rall bei der Begrüßung der Gäste.

Wenngleich es in den Räumen der Dienststellen häufig um schwere Schicksale geht, so herrschte bei der gestrigen Feierstunde zur Einweihung ein heiterer Ton vor. Sozialarbeiter trinken gerne Kaffee, konstatierte Rall. Als guter Chef hatte er den Mitarbeitern einen Kaffeeautomaten mitgebracht. Ein Geschenk mit Hintersinn hatte auch Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper dabei - eine Büropflanze, genauer: einen Ficus Benjamini. Die Pflanze verglich er mit dem Kreisdiakonieverband und fand dabei erstaunliche Parallelen. Ebenso wenig wie seine Vorredner kam Pfarrer Albrecht Duncker mit leeren Händen. Sein symbolhaftes Geschenk: Ein Hefezopf in Form des Kronenkreuzes, des Zeichens der Diakonie. Duncker erinnerte an die Anfänge der Diakonie als Innere Mission. Unverändert sei seither das Handeln am notleidenden Menschen die zentrale Aufgabe. Die Fachbereichsleiter Barbara Monauni (Paar-, Lebens- und Sozialberatung), Christoph Bartle (sozialpsychiatrische Hilfen) und Stefan Kiesewalter (Jugendmigrationsdienst) gaben einen kurzen Abriss über die Bandbreite der Tätigkeit des Diakonieverbandes. Bei Rhabarbersaft und Häppchen konnten sich die Gäste anschließend austauschen und Büros und Gesprächsräume besichtigen. Die Konzentration der Dienste unter einem Dach ist auch an den Diakoniestandorten Schorndorf und Waiblingen vorgesehen.

Damit sich die Öffentlichkeit ein Bild von den neuen Räumen in Backnang machen kann, gibt es am Sonntag, 6. Juli, einen Tag der offenen Tür. Um 10 Uhr findet ein Gottesdienst statt, ab 11 Uhr wird in der Oberen Bahnhofstraße ein Mittagessen und anschließend ein buntes Programm für die Besucher angeboten.