Späte Ehre für Conrad Weiser

Gemeinderäte stimmen freudig dem neuen Namen der Grund- und Hauptschule zu

Die Grund- und Hauptschule Großaspach soll den Namen Conrad-Weiser-Schule bekommen. Eine gute Wahl, sind sich die Rektorin und der Gemeinderat einig. Im Juli soll die Namensgebung beim Schulfest gefeiert werden.

Bisher namenlos: die Grund- und Hauptschule in Großaspach. Doch bald soll sich das ändern.Foto: F. Muhl

Von Renate Häussermann

ASPACH. Im ersten Anlauf hatte man den Namen Mühlfeld-Schule favorisiert. Der Reaktion der Gemeinderäte bei deren Sitzung am Montagabend nach zu urteilen, sind sie jetzt ganz froh, dass dieser Allerweltsname nicht zum Zuge kam. Denn Aspach hat einen berühmten Sohn, der jetzt gebührend geehrt werden soll: Conrad Weiser (1696 bis 1760). Als 12-Jähriger wanderte der Großaspacher mit seinem Vater und sieben Geschwistern nach Nordamerika aus. Dort machte er von sich reden als Pionier, Dolmetscher, Diplomat, Bauer, Soldat, Mönch und Richter. „Er ist jemand, der unserer Schule einen guten Namen geben würde“, sagte Rektorin Karin Moll bei der Sitzung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er in vielfacher Weise Konfliktbewältigungsfähigkeit bewiesen habe, worauf ja heute vor allem auch in der Schule geachtet werde. Eine Conrad-Weiser-Schule wäre etwas Einmaliges, unterstrich die Schulleiterin.

Sie rannte sozusagen offene Türen ein. Alle Gemeinderäte waren mit der Namenswahl einverstanden. „Man kann die Schule nur beglückwünschen“, freute sich etwa Dr. Bernhard Trefz (SPD). Der Historiker wünschte sich, dass künftig die Lokalgeschichte noch mehr in die Schule integriert werde. Freude auch in der CDU und Bürgerlichen Wählerliste. Deren Sprecher Peter Hanisch befand diese Namensgebung als „etwas Besonderes, und Schule soll etwas Besonderes bleiben“.

Karin Moll hatte anklingen lassen, dass durch die Verwendung des Namens auch intensivere Kontakte über den großen Teich ermöglicht werden könnten. Vielleicht sogar ein Schüleraustausch.

Bürgermeister Hans-Jörg Weinbrenner war vor einigen Jahren an der Wirkungsstätte Weisers in Pennsylvania zu Gast und hatte erlebt, welch hohes Ansehen dem schwäbischen Pionier selbst heute noch entgegengebracht wird. 350 Jahre nach dem Tod Weisers werden ihm nun auch die Aspacher ein Denkmal setzen. Entscheiden wird letztlich aber das Regierungspräsidium. Die Gemeinde stellt jetzt den Antrag. Alle Beteiligten hoffen, dass die Zusage bald kommt und die Schule sich bei ihrem Fest am 23. Juli mit neuem Namen präsentieren kann.

Übrigens: In Großaspach gibt es eine Konrad-Weiser-Straße. Diese ist nach dem Vater Conrads, Konrad, benannt.