Einblicke in die Beratungslandschaft

Sozialer Markt am beruflichen Schulzentrum Backnang kommt bei den Jugendlichen gut an

Niederschwelliger Kontakt: Die Infostände waren ständig umlagert.

Von Constantin Vockeroth und Adrian Matesz, Schüler des TG 13

BACKNANG
(pm). Bereits zum vierten Mal wurde die Aula des beruflichen Schulzentrums Backnang zum sozialen Markt umgestaltet. Auf Initiative der Jugendsozialarbeiterinnen Alexandra Blask-Unruh und Cornelia Floeth am BSZ nahmen auch in diesem Jahr viele ihrer Kooperationspartner das Angebot an, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Von der Rechtsberatung für Jugendliche und junge Erwachsene bis zu Beratung bei ungewollter Schwangerschaft war ein breites Spektrum vertreten.

Oft wissen betroffene Jugendliche gar nicht, welche Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung sie haben. Inge Rieschel, Beraterin der Schwangeren und Schwangerenkonfliktberatungsstelle des Landratsamtes Rems-Murr wies darauf hin, dass jede/r Betroffene ein Recht auf anonyme und kostenlose Beratung hat. Sei es nur zu präventiven Zwecken oder bei akuten Problemen stehen die Sozialarbeiter der jeweiligen Beratungsstellen in den meisten Fällen ohne Voranmeldung in den Sprechstunden zur Verfügung.

Nach der offiziellen Begrüßung der teilnehmenden Beratungsstellen durch den stellvertretenden Schulleiter der Gewerblichen Schule Uli Schöller waren alle Schüler und Lehrer des Zentrums eingeladen, den sozialen Markt zu besuchen. Dieses Angebot wurde von über 500 Besuchern angenommen. Der niederschwellige Kontakt zwischen Jugendlichen und Beratern erlaubte eine offene und lockere Kommunikation.

Wie läuft eine Vernehmung ab? Kann ich kostenlos einen Anwalt haben? Was ist, wenn ich Angst habe? Diese und ähnliche Fragen beantwortet die Beratungsstelle Nerokidz aus Stuttgart. Denn gerade in Rechtsfragen herrscht bei Jugendlichen oft große Unsicherheit. Ein aus Versehen abgeschlossenes Abonnement im Internet, beim Ausbildungsvertrag, aber auch bei einem Kriminaldelikt unterstützen Tina Neubauer und ein Team aus engagierten Anwälten die Hilfesuchenden in allen Belangen.

Gerhard Dinger, Berater der Fachstelle für Rechtsextremismus im Rems-Murr-Kreis, meint, dass der soziale Markt nicht nur eine Möglichkeit bietet, sich einen Überblick über die Beratungslandschaft zu verschaffen, sondern auch einen persönlichen Kontakt zu Beratern herstellt.

Aussteller waren in diesem Jahr:
Beratungsstelle für Familien und Jugendliche in Backnang
Beratungsstelle für HIV/AIDS und sexuelle Gesundheit
Landratsamt Rems-Murr-Kreis Geschäftsbereich Gesundheit
Agentur für Arbeit, Berufsberatung
Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung, Landratsamt
Evangelische Gesellschaft Stuttgart Yasemin
Beratungslehrer und Schulseelsorger am Berufsschulzentrum Backnang
Mobile Jugendarbeit, Verein Kinder- und Jugendhilfe Backnang
Jugendmigrationsdienst, Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis
Caritas, Horizont Drogenhilfe
Zeugen- und Prozessbegleitung, Nero und Nerokidz beim Verein Bewährungshilfe Stuttgart im Amts- und Landgerichtsbezirk Stuttgart
Kreishaus der Jugendarbeit, Fachstelle für Rechtsextremismus Backnang
Pusteblume, Hospizstiftung Rems-Murr-Kreis
Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt, Hilfen für Mädchen, Jungen und junge Erwachsene, Landratsamt
Ausbildungsbegleitende Hilfen, IB Waiblingen.