Ein neues Blumenbeet im Kindergarten

 Gartenfreunde feierten ihr 50-jähriges Bestehen – Erstmals seit 25 Jahren gab es wieder einen Blumenschmuckwettbewerb

Mit der Preisverleihung des Blumenschmuckwettbewerbes feierten die Gartenfreunde Burgstetten und Umgebung ihr 50-jähriges Bestehen. Ehemaliger Bürgermeister Erich Schneider war Gründungsmitglied.

Ein neues Blumenbeet im Kindergarten

BURGSTETTEN (shä). „Ode an die Freude“ mit diesem Lied eröffnete der Eintracht-Chor Burgstetten die Jubiläumsfeier der Gartenfreunde. Nach einem Rückblick in die Vereinschronik sprach der 1. Vorsitzende Raimund Fritscher über die zahlreichen Aktivitäten im Jubiläumsjahr. So fand erstmals seit 25 Jahren wieder ein Blumenschmuckwettbewerb statt, ein zusätzlicher Fachvortrag wurde organisiert, ein Blumenbeet im Kindergarten angelegt, mit der Schule der Wettbewerb „Garten in der Kiste“ ausgeschrieben (wir berichteten) sowie eine Apfelverkostung veranstaltet. Auch mit dem Kindergarten war man unterwegs beim Apfelauflesen und Saftpressen. Eine Überraschung wartete auf Jörg Langer: Er erhielt die Ehrennadel des Vereins.

Bürgermeisterin Irmtraud Wiedersatz sagte, dass die Gemeinde sehr stolz auf den Verein ist. Eine gute und kontinuierliche Vereinsführung und Kameradschaft zeichneten die Gartenfreunde aus. Flurputzete, Pflege der Streuobstwiese im Steigle, Pflege des Bahnhofsvorplatzes und Gässlesfest zeugten von großem Engagement zum Wohle der Gemeinde.

In einer kurzweiligen Rede zeigte Klaus Otto auf, dass es die Ehrenamtlichen eines Vereins heute nicht mehr leicht haben, Mitglieder und Helfer zu gewinnen. Der Präsident des Landesverbandes zeichnete sodann Silvia Hägele und Gerhard Juretschke für ihr Engagement im Ehrenamt mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbandes aus.

Weitere Redner gratulierten, teilweise in Gedichtform, dem Verein. In seinem letzten Beitrag sang der Eintracht-Chor von „Schönen Aprikosen“. Dieses Lied wurde zum Anlass genommen, dem Verein einen Aprikosenbaum zu schenken. Eingepflanzt an der Feldscheune könne man ihn dann bei jedem Sommerfest bewundern.

Nach einer kurzen Pause, die durch Jörg Langer musikalisch untermalt wurde, fand die Preisverleihung des Blumenschmuckwettbewerbs statt. Während der Verleihung konnten die Gäste Bilder der preisgekrönten Gärten bewundern. Insgesamt 21 Bewerter, darunter 10 von anderen Ortsvereinen, legten bei zwei Bewertungsdurchgängen einige Kilometer zurück. Dabei gab es die zwei Kategorien Vorgarten sowie Balkon- und Fensterschmuck. Gestaltung, Pflanzenauswahl und Pflegezustand wurden in Augenschein genommen. Für Blumenampeln oder auch Wandbegrünungen gab es Sonderpunkte. Aus 18 Noten je Objekt errechnete sich die Durchschnittsnote. 52 Preisträger in der Kategorie Vorgarten sowie 10 Preisträger beim Balkon- und Fensterschmuck freuten sich über ihren Preis.

Die ausgelegte Vereinschronik fand regen Anklang. Dem ehemaligen Bürgermeister Erich Schneider gefielen seiner Zeit „die Misthaufen vor den Häusern in Burgstall“ überhaupt nicht. Mit dem Bezirksvorsitzenden Fritz Holzwarth organisierte er den Fachvortrag „Schöne Vorgärten und Balkone“. Dies war der Startschuss zur Gründung der Gartenfreunde. Von Anfang an beteiligte man sich aktiv am Gemeindeleben. Durch vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten von Dünger, Erden und Sämereien sowie gut organisierte Lehrfahrten stieg die Mitgliederzahl schnell in die Höhe. Diese nutzten die kostenlose Fachberatung für Hausgärten durch Fachberater des Landesverbandes. Viele Gärten in Burgstetten tragen die Handschrift der Fachberater Reich, Schlich und Schäfer.

Dank der Sparsamkeit der Aktivisten in den ersten 30 Jahren schaffte der Verein einige Geräte an. Leitern, Schneidegeräte sowie Vertikutierer stehen auch heute noch kostenlos für die Mitglieder bereit. Im Jahr 1997 kaufte der Verein Ackerland, um den Mitgliedern die Möglichkeit zum Gemüseanbau zu bieten.

Das größte Projekt der Vereinsgeschichte: die Feldscheune. Dank der vorhandenen Reserven, Spenden und vieler Helfer konnte der Bau ohne Kreditaufnahme realisiert werden. Die Fachberatung mit den Lehrfahrten wird auch weiterhin ein Schwerpunktthema des Vereins sein. Aber auch das Feiern kam und kommt bei den Gartenfreunden nicht zu kurz. Die treue Fangemeinde des „Ameisenfaschings“ war fein, aber leider zu klein, um diesen nach 22 Veranstaltungen weiterzuführen. Im Gegensatz dazu findet in diesem Jahr zum 44. Mal das Schlachtfest statt. Das Sommerfest beim Umsetzer wird immer beliebter. Auch beim Gässlesfest beteiligte sich der Verein von Anfang an. Ebenso beim Ferienprogramm. Manch ein Kind lernte erst dadurch, dass Pommes und Chips aus Kartoffeln gemacht werden und Ketchup aus Tomaten besteht.

Auch das Recyceln von Milchtüten zu Geldbörsen und weitere Bastelarbeiten erfreuen sich großer Beliebtheit. So war es auch bei den von Ludwig Grotz organisierten, mehrtägigen Lehrfahrten. Halb Europa wurde erkundet. Aktuell finden eintägige Lehrfahrten statt – die nähere Umgebung wird bevorzugt.

Zudem pflegen die freiwilligen Helfer regelmäßig die Grünanlagen am Bahnhofsvorplatz. In diesem Jahr wurde er umgestaltet. Harald Schäfer, Fachberater des Landesverbandes, plante – für die Gemeinde kostenlos – die Bepflanzung. Er und über 20Freiwillige des Vereins pflanzten rund 2300 Pflanzen ein. Die Pflege wird auch künftig durch die Gartenfreunde erfolgen.