Sanierungsstau einigermaßen behoben

Haushalt 2015: Mitglieder des Schulbeirats zeigen sich zufrieden mit den bisher durchgeführten Maßnahmen

„Backnang bleibt auch 2015 eine engagierte und ambitionierte Schulstadt.“ Das ließ OB Nopper die Mitglieder des Schulbeirats am Dienstagabend wissen. Und diesmal gab es vonseiten der Schulen sogar Lob für die Stadt.

Sanierungsstau einigermaßen behoben


Von Renate Häussermann

BACKNANG. Was den Haushalt 2015 angeht – und darum ging es an diesem Abend – lässt sich die Stadt bezüglich der Schulen nicht lumpen. Seit Jahren schon pumpt sie Geld in die Sanierung von Schulen. Es sind Millionenbeträge. Von ungefähr kommt dies freilich nicht. Denn jahrelang hatte die Stadt sich um die Gebäude zu wenig gekümmert und sich damit einen gewaltigen Sanierungsstau angehäufelt.

Nun ist ein Niveau erreicht, das die Verantwortlichen etwas durchschnaufen lässt. Stadträtin Dr. Ute Ulfert (CDU) sprach sogar von einem „sehr hohen Niveau“ in vielen Bereichen. Und OB Dr. Frank Nopper anerkannte: „Das Stadtbauamt hat ganze Arbeit geleistet und ist auf Zack und auf Ballhöhe.“

Der Stadtbauamtsleiter musste in den vergangenen Jahren immer wieder den Kopf hinhalten, wenn in den Schulgebäuden Fenster oder Dächer undicht oder Räumlichkeiten dringend sanierungsbedürftig waren. Am Dienstagabend allerdings wurde Hans Bruss mit Lob geradezu überschüttet. Die Zusammenarbeit sei hervorragend, attestierte ihm der geschäftsführende Schulleiter Klaus Lindner. Er sprach für die Backnanger Schulen insgesamt und ließ die Verwaltungsriege wissen: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Umgang untereinander.“ Bevor sich der OB und die Damen und Herren Amtsleiter aber entspannt in ihren Sesseln zurücklehnten, kündigte Lindner Wachsamkeit an. „Wir haben über Jahre mit dem Sanierungsstau zu tun gehabt und warnen, mit Maßnahmen jetzt nachzulassen.“ In der Stadt gebe es viele alte Schulgebäude.

Dies wissen die Stadtverwalter nur zu gut und Stadtkämmerer Siegfried Janocha sowieso. Für die Sanierung von Schulgebäuden sind im Haushalt 2015 knapp 2 Millionen Euro eingestellt. Ein dicker Brocken davon fließt in die Sanierung des Grundschulbaus der Gemeinschaftsschule in der Taus. Und dann stellt man nach und nach die Beleuchtung auf LED um. 322000 Euro fallen dafür nächstes Jahr allein fürs Max-Born-Gymnasium an.

Nicht müde wurde auch OB Nopper, dem Schulbeirat aufzuzeigen, welche bevorzugte Stellung die Schulen einnehmen. 2015 stellt die Stadt laut Nopper 874000 Euro für Lehr- und Unterrichtsmittel sowie für Lernmittel bereit. Dies ist ein Plus von 45000 Euro gegenüber 2014. Und das, obwohl die Schülerzahlen zurückgehen.

Die Gesamtschülerzahl betrug im Jahr 2000 noch 5476 und fiel 2014 auf 4782, wie Astrid Szelest vom Amt für Familie, Jugend und Bildung berichtete. Welche Auswirkung dies hat, sieht man bereits bei der Talschule. Sie schrumpft mangels Schülern von der Grund- und Hauptschule auf eine Grundschule. Dadurch werden auch Räumlichkeiten frei. Was mit ihnen geschieht, ist noch offen.

Die Schulen werden auch bei künftigen Haushaltsplänen eine Vorrangstellung einnehmen. So die Aussage der Stadtverwaltung. Freilich gibt es darüber hinaus noch viele Wünsche der Schulleiter. Sie beobachten mit wachem Auge, was sich in der Stadt tut. Klaus Lindner ließ die Verwaltung schon jetzt wissen: „Wenn der Kauf des Bildungshauses nicht zum Tragen kommt, werden wir nachverhandeln.“

Denn im Haushalt 2015 ist der Erwerb des alten Postareals, das derzeit zum Bildungshaus umgebaut wird, veranschlagt. Einen Beschluss dafür gibt es aber noch nicht. Trotzdem sind knapp 7 Millionen Euro dafür eingeplant. Spricht sich der Gemeinderat gegen den Kauf aus, hätte man 7 Millionen Euro Manövriermasse. Und von diesem Kuchen würden die Schulen auch gerne etwas abbekommen.

Vorerst sind sie aber nicht schlecht bedient. Die Gebäudesanierungen gehen weiter. Und wenn in der Tausschule der Aufzug eingebaut ist, sind alle Backnanger Schulen barrierefrei. Wobei beim Thema Inklusion bereits weitere Aufgabenfelder anstehen. Auch die Anbindung der Sporthallen an die Anlagen zum Amok- und Katastrophenschutz wurde auf den Weg gebracht und ist ein Vorhaben, das sich über Jahre hinstreckt.