Polizei ist unzufrieden mit der Hallenlösung

Präsident Michelfelder spricht von der schlechtesten aller Möglichkeiten

Eine Massierung von Menschen auf engem Raum birgt immer Risiken: Polizeipräsident Ralf Michelfelder.

BACKNANG/AALEN (rf). Die bevorstehende Ankunft von rund 100 Asylbewerbern und/oder Flüchtlingen in Backnang beschäftigt auch die Polizei. Und zwar sehr intensiv, wie Ralf Michelfelder gestern unserer Zeitung auf Anfrage sagte.

Michelfelder, Präsident des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen, bezeichnet die Unterbringung in einer Turnhalle als „die schlechteste aller Möglichkeiten“. Eine Massierung von Menschen auf engem Raum berge immer Risiken. Doch es gebe keine Alternative, ist ihm vom Landratsamt gesagt worden.

In den bereits stattgefundenen und in den weiteren, regelmäßig stattfinden sollenden Gesprächen zwischen Polizei, Landratsamt und Schulleitung müsse geklärt werden, was alles machbar ist, um Konflikte zu vermeiden. Zum einen gehe es um ein friedvolles Zusammenleben unterschiedlichster Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern und Kulturkreisen und mit unterschiedlichen Religionen. Zum andern gehe es – genauso wichtig – um ein friedvolles Zusammenleben im gesellschaftlichen Umfeld.

Ganz neu ist die Unterbringung in einer Halle von nach Deutschland geflüchteten Menschen nicht. In Esslingen hat man bereits entsprechende Erfahrungen gemacht. Wohl entgegen so mancher Befürchtung hat es dort bislang keine aus dem Rahmen gefallenen Auseinandersetzungen gegeben. Ralf Michelfelder hat das von seinen Esslinger Kollegen gehört. Dazu haben wohl auch ganz klare Regeln beigetragen, damit sich alles „in akzeptablen Bahnen“ bewegt. Mithin ist davon auszugehen, dass auch in Backnang stringent festgelegt wird, was wann und wie geht – und was keinesfalls.

Ralf Michelfelder legt Wert auf die Feststellung, dass die Verantwortlichen eng zusammenarbeiten, sich austauschen und nach Problemlösungen suchen. Auf Nachfrage bestätigt er allerdings, dass die Polizei erst aus der Zeitung davon erfuhr, dass das Landratsamt 100 Menschen in einer kreiseigenen Sporthalle in Backnang unterbringen will. Weiter will er sich zu diesem offensichtlichen Kommunikationsproblem der Fuchs-Behörde nicht äußern.