Sporthalle wurde planmäßig geräumt

Die Asylbewerber haben ihre neuen Unterkünfte in Backnang und Winnenden bezogen

BACKNANG (lra). Seit gestern ist die Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle im Berufsschulzentrum in Backnang geräumt. Von den insgesamt 90 Flüchtlingen aus Gambia, Kosovo und Nigeria wurden gestern Morgen zirka 60 Flüchtlinge in die Unterkünfte in Backnang in der Hohenheimer Straße und in den Neubau nach Winnenden in die Albertviller Straße gebracht. Im Laufe des Tages wurden die restlichen Bewohner (Männer zwischen 20 und 35 Jahren) mit Kleinbussen zu ihrem neuen Unterkunftsort gefahren. Der normale Sportunterricht soll baldmöglichst wieder einsetzen.

Landrat Johannes Fuchs ist dankbar, dass die Räumung planmäßig erfolgen konnte: „Wir haben mit Hochdruck daran gearbeitet, die Flüchtlinge schnellstmöglich in angemessene Räumlichkeiten unterzubringen. Die Hallennutzung war von Anfang an eine Notlösung und sollte nicht länger als drei Monate als Unterkunft dienen“, so Fuchs. Die vergangenen drei Monate in der Übergangsunterkunft in Backnang waren für die Flüchtlinge, die Sozialarbeiter und für den Landkreis eine große Herausforderung. Andelka Dragun, zuständige Sozialarbeiterin vor Ort ist erleichtert: „Wir haben die Situation trotz der schwierigen Umstände gemeistert. Die drei Monate verliefen friedlich und es gab glücklicherweise keine besonderen Vorkommnisse.“

Fuchs dankt allen Beteiligten für deren Engagement: „Frau Dr. Isolde Fleuchhaus, Schulleiterin des Berufsschulzentrums, der Sozialarbeiter vor Ort sowie den Mitarbeitern des Landratsamts gilt mein besonderer Dank für die hervorragende Zusammenarbeit und Kooperation. Ebenso bedanke ich mich bei den Städten Backnang und Winnenden für die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten. Wir hoffen, dass wir nicht erneut auf eine solche Notlösung zurückgreifen müssen.“ Aufgrund der nicht enden wollenden Flüchtlingsströme ist laut Fuchs jedoch nicht auszuschließen, dass der Landkreis erneut dazu gedrängt wird, kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten bereitzustellen. „Wir leben in der Zuweisungspolitik des Landes von der Hand in den Mund, da keiner weiß, wie viele Flüchtlinge morgen oder übermorgen in Baden-Württemberg ankommen“, beklagt der Kreischef.

Die Belegung der Sporthalle des Berufsschulzentrums als Notlösung wurde im Februar notwendig, weil die Zuweisungen des Landes an den Kreis aufgrund vieler Asylsuchender aus dem Kosovo die Planungen deutlich überstiegen. Aktuell kann der Kreis seine Aufnahmeverpflichtung erfüllen. Reserven für weitere Notsituationen sind jedoch nicht vorhanden. Bis zum Jahresende werden 600 Plätze zusätzlich benötigt.