Ein Schulfrühstück für alle am letzten Schultag

Endlich Ferien: Gemeinsame Feier in der Max-Eyth-Realschule – Schülersprecher übergab gestern Scheck über 17000 Euro an den Arbeitskreis Asyl Backnang

„Hallo, Max-Eyth-Schule!“ schallt es über den Schulhof. „Hallo, Herr Harter“ rufen einige Lehrer und Schüler scherzhaft zurück. Über 800 Schüler, Lehrer und Gäste begrüßte Schulleiter Heinz Harter an diesem leider etwas kühlen Mittwoch im Hof der Max-Eyth-Realschule.

Voller Hof: Über 800 Schüler, Lehrer und Gäste frühstückten gestern Vormittag gemeinsam auf dem Pausenhof der Max-Eyth-Realschule. Foto: E. Layher

Von Melinda Schachinger

BACKNANG. Eine Schulstunde mussten die Schüler an diesem letzten Schultag noch ausharren, ehe sie zum großen gemeinsamen internationalen Schulfrühstück auf dem Schulhof Platz nehmen dürfen. Die Tische sind geschmückt mit Landesflaggen, die Schüler tragen landestypische Kleidung verschiedener Nationen oder haben sich Flaggen auf die Backen geschminkt. Im Hof finden sie nun alles, was der hungrige Schülermagen begehrt: Brötchen, Marmelade, Obst, Kakao und Saft sind aufgetischt.

Ermöglicht haben dies der Förderverein der Schule, vertreten durch Torsten Unger und Rosemarie Schütz, sowie der Elternbeirat mit Silke Bender und Doris Schygulla als Vorsitzende. Die praktische Umsetzung ist der SMV, den Schülersprechern Andreas Schmückle, Johannes Sax und Hanna Muntean und den Verbindungslehrern Elina Wildemann und Sandro Nautscher zu verdanken.

Mehrerlei gibt es an diesem Tag zu feiern: Ein erlebnisreiches Schuljahr, das 50-Jahr-Jubiläum der Schule und vor allen Dingen den erfolgreichen Spendenlauf, der vor genau sieben Wochen im Karl-Euerle-Stadion stattgefunden hat. Überwältigende 14000 Runden kamen dabei zusammen. Dieses Ergebnis eines erfolgreichen Miteinanders soll nun einem guten Zweck zukommen und in die Flüchtlingsarbeit in Backnang fließen.

Höhepunkt des gemeinsamen Frühstücks ist darum der Zeitpunkt, als die Vertreter des Arbeitskreises Asyl Backnang und einige Bewohner des nahe der Schule gelegenen Asylbewerberheims zu Harter gebeten werden. Schülersprecher Schmückle darf den Scheck über unglaubliche 17000 Euro überreichen, die Flüchtlingskindern und -jugendlichen helfen sollen. Zwei Drittel dieser Summe, die selbst die Erwartungen der Lehrer bei Weitem übertroffen hat, stammen aus dem Spendenlauf und sind somit das Ergebnis der Bemühungen der Schüler. Regelrecht überwältigt von diesem Engagement zeigt sich auch Günther Flößer, der für den AK Asyl spricht und sich freut, dass die Flüchtlinge in Backnang von der Max-Eyth-Realschule so herzlich willkommen geheißen werden. Die Menschen, die in Backnang nun erst einmal Zuflucht gefunden haben, seien ein Spiegelbild dessen, was in der Welt gerade schieflaufe und 60 Millionen Menschen dazu zwinge, ihre Heimat und natürlich auch ihr Hab und Gut zurückzulassen. Da dies gerade die Kinder hart treffe, hat sich Verbindungslehrer Nautscher überlegt, was man dem AK Asyl noch direkt als greifbare Hilfe für die Kinder überreichen kann. Nachdem er mit seinen Schülern den Spielenachmittag des Arbeitskreises und einen Deutschkurs besucht hat, war ihm und den Schülern klar, welche Sachspenden gerade Sinn machen: Sie sammelten einen Packen Deutsch-Übungshefte, Bälle, Hula-Hoop-Reifen, ein Erste-Hilfe-Set und als Highlight sogar eine Mini-Tischtennisplatte. Während sich die Flüchtlingskinder ganz sicher über diese tollen Spielsachen freuen werden, fiebern die Schüler der Max-Eyth-Realschule dem Läuten entgegen, das den Ferienbeginn anzeigt.