Achttägiges, anstrengendes Alpen-Abenteuer

Läufer aus dem Murrtal meistern den Transalpine Run mit 268 Kilometern und alleine 16310 Höhenmetern bergauf

Rund 350 Zweierteams wagten sich an den Transalpine Run. Auch vier Läufer aus dem Murrtal nahmen das achttägige Abenteuer in den Alpen in Angriff. Von Oberstdorf bis ins Ziel im italienischen Sulden waren 268 Kilometer, 16310 Höhenmeter bergauf und weitere 14532 Höhenmeter bergab zu meistern.

Sechs Läufer, drei Duos (von links): Harald Pfeiffer, Manfred Küster, Achim Wöhrle, Carsten Fraszczak, Gaby Marek-Schmid und Jürgen Nübling.

(gg). Bei Tagesetappen, die im Normalfall über 30 Kilometer lang waren und meist mit über 2000 Höhenmetern bergauf daher kamen, konnte von einem gemütlichen Wanderurlaub mit Erholungsfaktor nicht die Rede sein. Es handelte sich vielmehr um Extremsport, doch die herrliche Landschaft wurde von den Athleten auch bei Hitze und Regen intensiv wahrgenommen.

Die erfahrene Murrhardter Bergläuferin Gaby Marek-Schmid (TSG Backnang) bildete ein Duo mit Jürgen Nübling aus Gundelfingen. Der Aspacher Achim Wöhrle von den Murrtal-Runners tat sich mit Carsten Fraszczak aus Hamburg zusammen. Komplettiert wurde das Murrtal-Quartett von Manfred Küster aus Backnang sowie dem Murrhardter Harald Pfeiffer, bei denen es sich um eine bewährte Paarung handelt.

Schon in den ersten Tagen zollten viele Duos der Hitze mit über 30 Grad Celsius Tribut und gaben auf. Dagegen stellten die drei Paare aus der Region ihre Ausdauer unter Beweis und harmonierten prächtig. Sie spulten Höhenmeter um Höhenmeter ab, als wären sie in den Alpen geboren.

Am vierten Tag standen 45,7 Kilometer und 2800 Höhenmeter von Landeck nach Samnaun auf dem Programm. Die Strecke führte über die Ochsenscharte, die 2800 Meter über dem Meeresspiegel liegt. War es hier noch angenehm, änderte sich das Wetter auf der nächsten Etappe merklich. Die Temperaturen stürzten auf 16 Grad, was für Läufer eigentlich noch ordentliche Bedingungen sind, doch der arg plötzliche Umschwung sorgte bei manchem Sportler für Übelkeit und Durchfall. Auch Pfeiffer erwischte es in der Nacht vor der fünften Etappe, in deren Verlauf er keine Nahrung zu sich nehmen konnte. Nach der sechsten Etappe warf der Murrhardter entkräftet das Handtuch. Für Küster musste es alleine weitergehen, doch sein Partner kündigte bereits an, das Abenteuer noch einmal in Angriff nehmen zu wollen.

Da Marek-Schmids Partner am siebten Tag mit einer starken Erkältung zu kämpfen hatte, konnte die schnelle Murrhardterin die beeindruckende Ulinaschlucht bei etwas langsameren Tempo noch mehr genießen. Wöhrle verlangten die letzten 42,6 Kilometer nach Sulden noch einmal alles ab. Auch er plagte sich mit Übelkeit herum, konnte sich mit seinem Kollegen aus dem Norden aber in einer Gesamtzeit von 53:33 Stunden ins Ziel retten. Küster – angefeuert vom ausgestiegenen Pfeiffer – passierte die Ziellinie nach 50:15 Stunden.

Marek-Schmid und Nübling waren um einiges schneller, in 43:51 Stunden eroberten sie in der Master-Mix-Wertung den 15. Platz unter den 40 gestarteten Teams. Das Rennen über die Alpen verband nicht nur mehrere Länder, sondern schweißte auch Sportler, Betreuer und Helfer zusammen, die sich bei der Finisher-Party in Sulden über ihre Erlebnisse austauschten.