Jäger und Sportschützen feiern gemeinsam und gut gelaunt

Aus- und umgebautes Schießsportzentrum in Allmersbach am Weinberg wurde mit einem Festakt und zwei Tagen der offenen Tür gebührend eingeweiht

Gerade mal zwei Jahre ists her, da stand die SSG Allmersbach am Weinberg vor der Zerreißprobe. Knatsch im Verein und Differenzen mit dem langjährigen Partner, der Kreisjägervereinigung Backnang. Mittlerweile läuft’s ins Aspach wieder. Gemeinsam mit den Jägern feierte die Gilde drei Tage lang Aus- und Umbau sowie Sanierung der Schützenanlage.

Froh über den gelungenen Ausbau des Schießsportzentrums und die zurückgekehrte Einigkeit zwischen Schützen und der Kreisjägervereinigung: Bernd Fried (links) und Reiner Eblen. Foto: E. Layher

Von Uwe Flegel

Erst ein Festakt, dann zwei Tage der offenen Tür: Jäger und Sportschützen feierten zünftig. Zu Recht. Mehr als 500000 Euro investierten Verein (138000) und Vereinigung (368000). Hinzu kommen Eigenleistungen im Wert von rund 220000 Euro. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für die Jägervereinigung um Projektleiter Reiner Eblen und den Vorsitzenden Werner Stark gab’s neben einem schmucken Aufenthaltsraum, Sozialräumen und Werkstatt zum Beispiel eine neue unterirdische Röhrenschießanlage mit zwei 100-Meter-Bahnen. „Eine geniale Idee“, lobte Kreisforstdirektor Martin Röhrs, „darauf kann in einiger Zeit wieder der Wald wachsen.“ Die SSG renovierte die Anlage und besitzt nun zusätzlich eine eingehauste Schießhalle, in der mit allen Kurzwaffen sowie mit Bogen geschossen werden kann. Zudem wurde in den bestehenden Tontaubenschießplatz der Jäger ein Bogenschießplatz für die Gilde integriert. „Hier kann künftig jede Schießsportdisziplin ausgeübt werden“, freute sich Jägerboss Stark.

Auch Aspachs Bürgermeister Hans-Jörg Weinbrenner zeigte sich beim Festakt beeindruckt von dem, was am Rand der Allmersbacher Wengert entstanden war. „Ein modernes Schießsportzentrum, von dem beide Vereine profitieren.“ Nutznießer sind sogar die Bürger in Rietenau und Allmersbach, die mit den Schützen nicht viel am Hut haben, wurde doch der Lärmschutz deutlich verbessert. Dass die Gemeinde mit Zuschüssen unter die Arme gegriffen hat, erwähnte der Rathauschef selbstverständlich auch.

Selbst Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange war aus der Tuttlinger Ecke nach Aspach gekommen, dabei sei eine solche Einweihung eigentlich gar nicht Sache des Landesverbands, wie Lange bekundete. Aber: „Ich wollte sehen, was gemeinsam bewerkstelligt werden kann“, wenn zwei Vereine zusammenschaffen. Dass Sportschützen und Jäger eine Anlage quasi miteinander betreiben sei außergewöhnlich: „Nur in Tübingen gibt’s das noch einmal.“

Lob und einen Scheck gab’s von Bezirksoberschützenmeisterin Ursula Volz aus Affalterbach und ein persönliches Geschenk sowie eine Erinnerung an die noch nicht lange zurückliegenden Streitigkeiten kam von Kreisoberschützenmeister Michael Malcher aus Backnang, der an Jägervereinigung und Sportschützengilde gerichtet bekannte: „Ich freue mich wie ein Schnitzel. Ich freue mich, dass ihr wieder zusammengefunden habt.“ Dass er dabei unterstützend mitgeholfen hatte, ließ er unerwähnt.

An der Spitze der dreiköpfigen Abordnung der Volksbank stand Vorstandsvorsitzender Werner Schmidgall, der ja auch Ehrenoberschützenmeister der benachbarten Backnanger Schützengilde ist. Er war ebenfalls froh, dass in Allmersbach wieder Einigkeit herrscht, schließlich „geht es nur mit Harmonie“. Und um die zu stärken, hatte er für jeden Verein einen Scheck mitgebracht.

Bei fast allen Rednern klang durch, dass sich zwei Personen besonders um wiederentdeckte Einigkeit und gelungenen Ausbau verdient machten: Allmersbachs Oberschützenmeister Bernd Fried und Reiner Eblen, Bau-Projektleiter der Jäger. „Was da zusammengewachsen ist, das ist ein Traum“, machte Eblen aus seinem Herzen keine Mördergrube und bekannte, wie froh er übers Geschaffene ist: „Fertig. Auf das Wort habe ich lange gewartet.“ Ebenfalls erleichtert war Fried, der erzählte, dass während der gemeinsamen Bautätigkeit nicht nur die Vereine wieder zueinanderfanden, sondern zwischen ihm und Reiner Eblen eine Freundschaft entstanden ist, die sich auch auf andere auswirkt. „Man hat wieder miteinander gesprochen, sich gegenseitig Werkzeuge und Baumaschinen ausgeliehen und gelegentlich sogar zusammen zu Tisch gesessen“, berichtete Fried schmunzelnd und hatte die Lacher auf seiner Seite. Vielleicht ist das ja gar das wirklich Besondere an der umgebauten Anlage: Es wird nicht mehr gestritten und übereinander, sondern miteinander gesprochen, gelacht und das Hobby Schießsport betrieben.