Eine Schule mit 502 Zuckerstückchen

Festakt und Tag der offenen Tür zum 50-jährigen Bestehen der Schickhardt-Realschule – Eigenständiges Profil unterstrichen

50 Jahre Schickhardt Realschule – dieses Jubiläum wurde am Samstag gefeiert. Den Auftakt machte ein offizieller Festakt in der Aula der Mörikeschule. Danach ging es in das Gebäude der Jubilarin, wo in den Klassenzimmern zahlreiche Aktivitäten stattfanden.

Buntes Programm beim Tag der offenen Tür: Das AG-Orchester des Akkordeonrings Steinbach gab Einblick in seine Arbeit, und in den Klassenzimmern wurden allerlei Aktivitäten angeboten.

Von Claudia Ackermann

BACKNANG. Durch das Programm beim Festakt in der Aula führte die stellvertretende Schulleiterin der Schickhardt Realschule Rita Roy-Gerwald. Die Festrede hielt Schulleiter Thomas Maier. Er blickte auf die Geschichte der Schule zurück, die 1965 aus der Teilung der Backnanger Mittelschule in die Schickhardt-Realschule und die Max-Eyth-Realschule entstanden ist. In den 1960er-Jahren haben Eltern ihren Kindern morgens noch mit auf den Weg gegeben: „Pass gut auf und benimm dich.“ Heute laute der morgendliche Elternwunsch eher: „Tschüss, und viel Spaß.“ Der Schulrektor, der selbst 1982 als junger Student ein vierwöchiges Blockpraktikum an der Schickhardt-Realschule absolvierte, beleuchtete den Wandel der Zeit und die sich ändernden Lernmethoden in der Schule.

Grußworte sprach Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper. Er ging auf den Namensträger, den herzoglich-württembergischen Landesbaumeister Heinrich Schickhardt, ein. In Backnang hat er drei bis heute bestehende Bauwerke errichtet: Das Schloss, den Stadtturm, wo die Schickhardt-Realschule längere Zeit ihren Sitz hatte, und die heutige Alte Vogtei. Als Geschenke hatte der OB unter anderem 502 Backnang-Traubenzucker mitgebracht, „die mit sofortiger Wirkung an alle 502 Schülerinnen und Schüler verteilt werden können“.

Landtagspräsident Wilfried Klenk (CDU) unterstrich die Berufsorientierung der Realschulen und wies darauf hin, dass die Schickhardt-Realschule mit dem Boris-Berufswahl-Siegel zertifiziert ist. Weiter sagte er: „Wir wollen die Realschule als Rückgrat eines differenzierten Bildungswesens gezielt stärken und sie als leistungsstarke Schulart mit eigenständigem Profil zukunftsfest machen.“ – Persönliche Einblicke gab der Landtagsabgeordnete Gernot Gruber (SPD). „Wenn wir früher in Backnang einkaufen gingen, hat mein Vater Giselher Gruber – als früherer Schulleiter der Schickhardt-Realschule – immer darauf geachtet, in die Geschäfte zu gehen, die seinen Schülerinnen und Schülern Praktika- und Ausbildungsplätze anboten.“ Als Jugendlichen habe ihn die alte Schickhardt-Realschule im Turmschulhaus mit dem Stadtturm immer fasziniert. Das Gebäude habe etwas vom Charme der von ihm geliebten Bücher „Die Jungens von Burg Schreckenstein“ versprüht, blickte er schmunzelnd zurück.

Das Leitbild der Schule hob Landtagsabgeordneter Jochen Haußmann (FDP) besonders hervor. Darin geht es um Freundlichkeit, gegenseitige Wertschätzung, Ehrlichkeit, Achtung, Toleranz, Fairness, Rücksicht und Höflichkeit. Das seien auch Leitsätze, die sich die Politik zu Herzen nehmen sollte, fügte er an.

Klaus Lindner, Geschäftsführender Schulleiter, richtete seinen Blick nach vorne. Eine besondere Herausforderung seien die Aufgaben, die im Zuge der Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen auf die Schulen zukommen. „Handeln wir nicht, weil etwas geschehen ist, sondern weil etwas geschehen soll“, unterstrich er und zitierte: „Probleme sind Chancen in Arbeitskleidung.“

Schulrätin Claudia Dippon betonte die Vielzahl an Projekten und Wahlangeboten an der Schickhardt-Realschule, bei denen sowohl die fachlichen als auch die sozialen Fähigkeiten der Schüler angesprochen und gefördert werden. Grußworte sprachen außerdem Schuldekanin Silvia Trautwein und die Vorsitzende des Elternbeirats, Christa Bernhardt. Die Schülersprecher Emelie Fietz und Julian Ade gaben Einblicke in Stimmen der Schüler über die Schickhardt-Realschule. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Bläsertrio und dem Chor der Schule. Klavierstücke präsentierten Louisa Schaaf und Lukas Schmidgall.

Beim Tag der offenen Tür wurden zahlreiche Aktivitäten und ein buntes Programm angeboten, ob Dosenwerfen, Lesestraße, ein englisches Theaterstück oder das Gruseln in einem Geisterzimmer. Neue Bildungspartnerschaften mit der Kreissparkasse Waiblingen und der Firma Stoba Präzisionstechnik wurden unterzeichnet. Und für das leibliche Wohl der Besucher war bestens gesorgt.