Freies W-Lan für Flüchtlinge vorbereitet

Helfer nahmen am Samstag die erforderlichen Installationen in der Turnhalle des beruflichen Schulzentrums in Backnang vor

Freiwillige Helfer haben am Samstag in der Turnhalle des beruflichen Schulzentrums in Backnang technische Installationen für frei zugängliches W-Lan vorgenommen. In den nächsten Tagen soll dann der Anschluss hergestellt werden.

Arbeiten an der Einrichtung des Internetzugangs für die Flüchtlinge in der Turnhalle: Joachim Ernst (links) und Konrad Panzlaff. Foto: E. Layher

Von Armin Fechter

BACKNANG. Ein ganzes Bündel von Beteiligten hilft zusammen, um den über 100 Flüchtlingen in der Turnhalle das Fenster zur Welt via Internet zu öffnen: Der Landkreis sponsert die nötige Hardware, Unitymedia – die frühere Kabel BW – sponsert den Internetzugang, Freifunk Stuttgart stellt das Know-how zur Verfügung, und Freiwillige installieren und konfigurieren die Hard- und Software.

Am Samstagvormittag arbeiteten Konrad Panzlaff, Joachim Ernst, Freifunk-Koordinator Arno Schenk und weitere Helfer – unter ihnen auch etliche Asylbewerber aus der Halle – an der Einrichtung. Drei Antennen wurden angebracht, um die Unterkunft mit 150 Mbit schnellem Internet versorgen zu können. Den Anschluss will Unitymedia in den nächsten Tagen herstellen. Ins Auge gefasst ist auch die Ausstattung des Heims in der Hohenheimer Straße. Dafür wird aber noch finanzielle Hilfe gesucht, da der Landkreis nach Auskunft der Helfer keine weiteren Objekte mehr sponsert.

Vorbild für die Aktion war das Pilotprojekt in Waiblingen, bei dem die Gemeinschaftsunterkunft in einer Turnhalle auf gleiche Weise mit Internet versorgt wurde. Das eröffnet den Flüchtlingen die Möglichkeit, mit ihrer Familie Kontakt zu halten und sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Hürden für die Integration werden abgebaut. Denn viele Neuankömmlinge haben das Problem, dass sie zwar ihr Smartphone bereits aus der Heimat mitbringen, aber kein Geld für teure Prepaid-Tarife haben. Und für einen Handyvertrag brauchen sie einen festen Wohnsitz und eine Aufenthaltsgenehmigung – beides Fehlanzeige. Daher arbeitet etwa Freifunk Stuttgart daran, Flüchtlingsunterkünfte wie die in Backnang auszustatten. Dabei handelt es sich um eine nichtkommerzielle Initiative, die sich dem Aufbau und Betrieb eines freien Funknetzes widmet, das aus selbstverwalteten lokalen Computernetzwerken besteht und an dem sich auch jeder Bürger, Gewerbetreibende oder Kommunen beteiligen können. Durch den Einsatz der speziellen Freifunk-Router entfällt auch die sogenannte Störerhaftung.