Ursache für tote Hasen geklärt

EBHS-Krankheit ist für Menschen ungefährlich, die Hasenpest genannte Tularämie dagegen sehr – Veterinäramt gibt Entwarnung

Zwei völlig unterschiedliche Krankheiten setzen Hasen besonders schwer zu. Heikel dabei: Während eine Krankheit für Menschen ungefährlich ist, kann die andere im schlimmsten Fall auch für Menschen tödlich verlaufen.

Feldhase in freier Natur: Ihr Bestand hat wieder zugenommen, doch jetzt sind sie massiv von der Viruserkrankung gefährdet.Foto: J. Weingarten

Von Matthias Nothstein

WAIBLINGEN. In den vergangenen Wochen wurden im Raum Fellbach vermehrt verendete Hasen aufgefunden. Einige Tiere wurden zur Untersuchung gebracht. Diese hat ergeben, dass die Tiere am sogenannten European Brown Hare Syndrome (EBHS) erkrankt waren und dies zum Tod geführt hat. Die gute Nachricht: Diese Krankheit ist für den Menschen ungefährlich. Im Gegensatz zur Tularämie, der sogenannten Hasenpest.Diese war in der Vergangenheit mehrfach aufgetreten.

Das Veterinäramt des Landratsamts Rems-Murr-Kreis gibt deshalb wegen der aktuell aufgefundenen Hasen Entwarnung: Für den Menschen oder andere Haustiere besteht bei EBHS keine Ansteckungsgefahr, da nur Feldhasen am Virus erkranken können.

Um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern, sollten jedoch alle tot aufgefundenen Feldhasen aus der Natur entfernt und über die Sammelstellen der Gemeinden und Städte entsorgt werden. Hierzu kann jeder den örtlichen Jagdausübungsberechtigten oder den gemeindlichen Vollzugsdienst informieren. Trotzdem heißt es aufgepasst: Wer selber eines der toten Tiere entsorgen will, sollte unbedingt Einmalhandschuhe und flüssigkeitsdichte Beutel verwenden.

Fuchs und Krähen werden bejagt, Niederwild und Brüter geschützt

Der Großerlacher Jäger Reiner Eblen von der Kreisjägervereinigung Backnang ist Verbands-, Behörden- und Pressesprecher. Er weist auf der einen Seite darauf hin, dass die Hasenbesätze in den vergangenen Jahren erfreulicherweise wieder deutlich zugenommen haben. Dieser Erfolg bei der Niederwildpflege geht seiner Ansicht nach in erster Linie auf die professionelle und sehr erfolgreiche Fuchsbejagung durch die Jäger in den vergangenen Jahren zurück. Man nennt diesen präventiven Schutz Prädatorenbejagung.

Mit der Bejagung von Fuchs, Rabenkrähe und Co. wollen die Jäger Niederwild- und Bodenbrüterbestände schützen. Für Reiner Eblen ist angesichts dieser Anstrengungen die Tatsache, dass die Hasen nun einer Krankheit zum Opfer fallen, besonders schmerzlich.

Reiner Eblen streift dabei auch noch einen anderen Aspekt und findet deutliche Worte: „Schmerzlich ist dies auch vor dem Hintergrund, dass die Prädatorenbejagung durch das neue Jagdgesetz ohne Not sehr eingeschränkt wurde. Schade, dass Sachverstand erst durch tatsächliche Folgen bewiesen sein muss.“