Zwei Kilometer näher am Ziel

Spatenstich für vierspurigen Ausbau der B14 bis Maubach– Barthle macht Hoffnung auf zügigen Weiterbau bis Backnang-West

Stau am Morgen, Stau am Abend und manchmal auch mitten am Tag – daran haben sich die Autofahrer auf der B14 zwischen Nellmersbach und Backnang inzwischen schon fast gewöhnt. Nun können sie endlich auf Besserung hoffen. Mit dem offiziellen Spatenstich wurde gestern der vierspurige Ausbau der Bundesstraße bis zum Alten Schulhaus in Maubach begonnen.

Während die Politiker zum Spaten greifen, fließt der Verkehr auf der B14 ohne Stau. Im Berufsverkehr ist das eher selten der Fall.Foto: E. Layher

Von Kornelius Fritz

BACKNANG. Zum Spatenstich kam Norbert Barthle gestern Nachmittag mit Verspätung: Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium steckte auf der B14 im Stau. So wie Barthle geht es täglich Tausenden von Autofahrern. Der vierspurige Ausbau der Bundesstraße steht im Raum Backnang deshalb schon seit Jahrzehnten ganz oben auf der Wunschliste. Oberbürgermeister Frank Nopper hatte zwischenzeitlich allerdings das Gefühl, „dass ich mir in Sachen B14 so sehr die Zähne ausbeiße, dass ich bei erfolgtem Ausbau ohne Gebiss oder jedenfalls ohne natürliches Gebiss vor Ihnen stehe.“

Diese Passage aus seiner Neujahrsansprache 2015 zitierte er gestern noch einmal – und strahlte dabei mit echten Zähnen. Allerdings ist er noch nicht ganz am Ziel. Die Baufreigabe des Bundes liegt bisher erst für den rund zwei Kilometer langen Abschnitt bis zum Alten Schulhaus in Maubach vor. Bis zum Autobahnzubringer an der Krähenbachkreuzung fehlen immer noch fünf Kilometer. Norbert Barthle zeigte sich gestern aber optimistisch, dass auch diese Lücke bald geschlossen wird: Alle Projekte, die wie die B14 im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft und fertig geplant seien, würden innerhalb der nächsten 15 Jahre auch finanziert, versprach der Staatssekretär.

An der Opti-Kreuzung fließt der
Verkehr ab 2021 unterirdisch

Doch auch die beiden Bauabschnitte, die jetzt beginnen, sollen bereits eine spürbare Entlastung bringen. Schließlich entschärfen sie die bisher stauträchtigste Stelle: An der Opti-Kreuzung in Waldrems wird der Verkehr ab 2021 vierspurig durch einen 135 Meter langen Tunnel fließen. Die Strecke zwischen Nellmersbach und Waldrems soll bereits Ende nächsten Jahres befahrbar sein.

Bevor sie gebaut werden kann, muss allerdings zunächst eine provisorische Straße angelegt werden, auf der der Verkehr während der Bauzeit fließt. Nach Angaben von Projektleiter Björn Stähle wird es voraussichtlich Anfang 2017 soweit sein. Dass es durch die Baustelle noch mehr Staus gibt als bisher, glaubt er nicht: „Es sind keine Vollsperrungen geplant“, sagt Stähle. Auch während der Bauphase stehe immer eine Fahrspur in jeder Richtung zur Verfügung. Für den ersten Abschnitt bis Waldrems investiert der Bund rund 11,2 Millionen Euro. Die zweite Teilstrecke, obwohl nur rund 800 Meter lang, kostet wegen des Tunnels fast drei Mal so viel.

Dass das Geld nun bewilligt ist, freut auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Er denkt dabei nicht nur an die Autofahrer, sondern auch an die Anwohner: „Die Leute sind hier stark belastet durch Abgase und Lärm.“ Durch die Untertunnelung steige die Lebensqualität in Waldrems. Hermann erinnerte daran, dass die Pläne für den B14-Ausbau bis ins Jahr 1957 zurückreichen. Jetzt dürfe es keine weitere Hängepartie mehr geben: „Wir wollen nun auch die Baufreigabe für das letzte Stück.“

OB Frank Nopper stieß ins gleiche Horn: „Jetzt muss die große B14-Lösung her“, forderte er. Nach Abschluss der jetzt begonnen Bauabschnitte müsse „ohne Unterbrechung und ohne schuldhaftes Zögern die 5,2 Kilometer lange Resttrasse in einem Zug bis zum Autobahnzubringer weitergebaut werden“. Dann, so versprach Nopper seinem Parteifreund Barthle und seinem ehemaligen Sportlehrer Hermann, werde er ihnen auch nicht länger mit dem Thema B14 auf die Nerven gehen. „Wenn nicht, müsst Ihr Tag und Nacht mit mir rechnen.“