Flotter Gassentanz, swingende Promenade

Sichelhenket-Fest mit Volkstanzvorführung des Landfrauenvereins Großerlach zieht eine große Zuschauerschar an

Stößt auf lebhaftes Zuschauerinteresse: Tanzvorführung der Landfrauen. Foto: E. Klaper

GROSSERLACH (eke). Mit vier schwungvollen, neu einstudierten Tänzen aus verschiedenen europäischen Ländern und Amerika versetzte die Tanzgruppe des Landfrauenvereins Großerlach unter der Regie von Inge Hermann gestern Nachmittag eine große Zuschauerschar in Begeisterung. Die mitreißende Vorführung markierte den Höhepunkt des traditionellen Sichelhenket-Festes, das auch dank des herrlichen Sommerwetters ein Besuchermagnet war. Die Tänzerinnen in grün-weiß-karierten Trachtenkleidern präsentierten einen Querschnitt durchs inzwischen 32 Tänze umfassende Repertoire der Tanzgruppe.

Vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Neufürstenhütte zeigten sie das flotte Gassentanz-Medley „Lads and Lassies Talky-Talk“ aus dem angelsächsischen Kulturraum, den Zweipaartanz „Topporzer Kreuzpolka“ und die Quadrille „Der Kringel“ aus mitteleuropäischen Gefilden. Den krönenden Abschluss bildete der Kreistanz „Amerikanische Promenade“ mit swingendem Ausmarsch.

„Wer Lust hat mitzutanzen, ist herzlich willkommen, wir freuen uns über neue Gesichter“, erklärte die Vorsitzende Simone Schif zu den Vorführungen.

Der Name Sichelhenket für die Hauptveranstaltung des Landfrauenvereins Großerlach geht zurück auf eine alte Tradition, mit der früher die Bauern das Ende der Getreideernte feierten. Nach dem Abmähen der Felder verwendeten sie die Sicheln zur Aufnahme der Garben und hängten sie in der Scheune an Balken auf, nachdem der letzten Erntewagen eingefahren war. Somit ist die Sichelhenket ein Fest zum Dank für das Wachsen und Gedeihen des Getreides auf den Feldern, für das Reifen und das Einbringen der Ernte, die heuer wegen des wechselhaften Wetters noch in vollem Gange ist.

Das Fest begann mit einem Dankgottesdienst, in dem die Landfrauen und der Posaunenchor Großerlach mitwirkten. Pfarrerin Margit Ilzhöfer verglich in ihrer Predigt das Leben mit einer Reise aus vielen kleinen Schritten, auf der wir vieles Wichtige, aber auch Überflüssige und Belastende mitschleppen. Zum Leben benötigen wir das tägliche Brot, aber noch viel mehr als Nahrung für Leib und Seele, um unseren Hunger und Durst nach Gerechtigkeit zu stillen: Glaube und Gebet geben uns Kraft und Hoffnung.

Es gehe darum, die Zukunft des Landfrauenvereins zu gestalten, indem die Mitglieder junge Menschen ansprechen, um Nachwuchs zu gewinnen, erläuterte die Vorsitzende zum Jahresmotto „Weichen stellen für morgen“ des Landes-Landfrauenverbands. Weiter wolle man das Wissen stärken, Vergangenes bewahren und Traditionen pflegen, aber auch Neues schaffen. Großen Wert lege der Landfrauenverein auf Nachhaltigkeit, darum werde so weit wie möglich auf Alufolien und Kunststoffe verzichtet. Stattdessen „wollen wir Zeichen setzen für selbst erzeugte regionale Produkte mit selbst zubereiteten Speisen und gebackenen Kuchen sowie selbst kreierten Bastel- und Handarbeiten für die Tombola“, betonte Simone Schif.

Bewirtung mit schwäbischen

Landfrauenspezialitäten

Für die Bewirtung war mit diversen schwäbischen Landfrauenspezialitäten bestens gesorgt. Indes gab es außer Kartoffelsalat und Pommes keine speziellen Gerichte für Vegetarier und Veganer: „Da die Nachfrage nach solchen Speisen bei uns noch sehr gering ist, haben wir für diese Personengruppe kein spezielles Angebot“, berichtete die Vorsitzende. Dagegen wurden Veganer am üppig bestückten Kuchen- und Tortenbüfett zum Kaffee fündig, denn eine Landfrau hatte leckere vegane Muffins in den Geschmacksrichtungen Pfirsich und Himbeer gebacken.

Apropos: Als Symbol ihrer Freude am Backen haben die kreativen Vereinsmitglieder heuer die überlebensgroße, fröhliche Strohfigur einer fleißigen Landfrauen-Kuchenbäckerin mit einem Wellholz in der Hand gestaltet, die direkt in der Ortsmitte von Neufürstenhütte gegenüber vom Dorfgemeinschaftshaus steht.