Dem Kellerkind fehlt auch ein Quäntchen Glück

Fußball-Landesligist FC Viktoria Backnang verliert das Heimspiel gegen Schwaikheim mit 0:1 und verharrt auf dem vorletzten Platz

Die spielentscheidende Situation, ein indirekter Freistoß für Schwaikheim im FCV-Strafraum: Robin Laudon hat abgezogen, Keeper Maximilian Hübsch wirft sich vergeblich entgegen.Foto: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

Wenn es schon nicht läuft, kommt häufig auch noch Pech dazu. Diese alte Fußball- Weisheit bestätigte sich im Heimspiel des FC Viktoria Backnang gegen den Rems-Murr-Rivalen TSV Schwaikheim wieder aufs Neue. Das Kellerkind war auf eigenem Platz das bessere Team, die Punkte nahmen aber die Gäste mit, die damit auf Platz fünf kletterten. Nach dem 0:1 sprach der Trainer der Einheimischen von einer „bitteren Pille. Wir haben den Kampf angenommen und alles gegeben. Am Ende haben die nötige Portion Selbstvertrauen und das letzte Quäntchen Glück gefehlt“.

Bereits nach einer Viertelstunde hätten die Viktorianer in Führung gehen können, doch Manuel Popescu versiebte diese Topchance. Er stand frei vor dem Keeper und schoss knapp am rechten Pfosten vorbei. Zehn Minuten später war es derselbe Kicker, der die Führung auf dem Fuß hatte. Nach einem Zuspiel von Loris Hoffmann verfehlte Popescu den Kasten erneut.

Backnang überzeugte mit Einsatz und Kampfgeist und bestimmte die Partie im ersten Abschnitt, während von Schwaikheim wenig zu sehen war. Nach knapp 40 Minuten feuerte Christian Seitz den ersten Schuss auf das Viktoria-Tor ab, doch Keeper Maximilian Hübsch war auf dem Posten. Mit dem 0:0 ging es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit hatte Backnang Mühe, ans schnelle Offensivspiel des ersten Durchgangs anzuknüpfen. Die Gäste kamen etwas engagierter aus der Kabine, entwickelten einen stärkeren Drang nach vorne. Allerdings war diese Phase schnell vorbei, die Viktoria übernahm wieder die Initiative und erspielte sich eine Überlegenheit im Mittelfeld. Meist blieben die Angriffe aber in Schwaikheims vielbeiniger Abwehr hängen. Kam doch einmal ein Ball auf das Tor, war der starke TSV-Keeper Simon Hieber zur Stelle. So auch, als Shkodran Prushi nach der Flanke von Simon Lindemann aus kurzer Distanz zum Kopfball kam. Hieber reagierte blendend. Die brenzligen Situationen vor Schwaikheims Kasten häuften sich. Als die Gäste den Ball nicht aus dem Strafraum bekamen, versuchten sich im Getümmel mehrere Backnanger am Abschluss, doch entweder wurde die Kugel von Abwehrspielern abgeblockt oder vom Torhüter abgewehrt. Das 1:0 für die in Weiß spielenden Grünen lag in der Luft, doch es kam anders. Als Viktor Ribeiro den Ball zu ihm zurückspielte, war FCV-Torwart Hübsch für einen Sekundenbruchteil unkonzentriert. Statt das Leder mit dem Fuß anzunehmen, nahm er es in die Hand. Die Folge: Indirekter Freistoß sieben Meter vor seinem Gehäuse. Robin Laudon nahm Anlauf, zog knallhart ab und die Kugel zappelte zum 1:0 für Schwaikheim im Netz.

Backnang suchte eine Antwort, wollte die Niederlage unbedingt abwenden. Der TSV zog sich noch weiter zurück, die Viktoria wurde nur noch einmal gefährlich. Dominik Hils scheiterte aus 20 Metern an Hieber. Die Murrtaler bleiben Vorletzter.

FC Viktoria Backnang: Hübsch – Hoffmann, Thienst, Prushi – Böhret, Deister – Labinot Collaku, Hils, Ribeiro – Sailer, Popescu (30. Lindemann). – TSV Schwaikheim: Hieber – Beier, Laudon, Bernet, Reeves – Solyom, Gebhardt (92. Frank), Bartholomä, Schweickhardt (56. Weiblen) – Seitz (88. Karamanlis), Mezger (81. Charpentier). – Tore: 0:1 (71.) Laudon. – Schiedsrichter: Merino-Katsaras (Tübingen). – Zuschauer: 110.