Julian Leist bleibt weitere drei Jahre

Verteidiger verlängert bei der SG Sonnenhof bis Sommer 2021

Der Verein nennt es „eine Verlängerung mit Signalcharakter“. Der Spieler bezeichnet es als „Vertrauen und Wertschätzung des Vereins gegenüber mir“. Die reinen Fakten besagen: Innenverteidiger und Führungsspieler Julian Leist hat seinen Vertrag beim Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach um drei Jahre bis 30. Juni 2021 verlängert.

Noch weitere dreieinhalb Jahre für die SG Sonnenhof am Ball: Julian Leist, der gestern seinen Vertrag bis 30. Juni 2021 verlängerte. Im Sommer 2014 wechselte der Verteidiger von den Stuttgarter Kickers nach Großaspach und ist bei den Rot-Schwarzen einer der Führungsspieler. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Läuft Julian Leist durch die Landeshauptstadt, dann kommt es durchaus vor, dass er vom einen oder anderen Fan der Stuttgarter Kickers angesprochen wird. Im Regelfall ist der Tenor klar: Wie konnten die Kickers damals nur? Damals, das war das Jahr 2014 und der Traditionsklub von den Höhen Degerlochs war Drittligist. Einer, der mit Trainer Horst Steffen und Manager Michael Zeyer nach Höherem strebte. Deshalb gab’s unterm Fernsehturm keine Verwendung mehr für den aus der eigenen Jugend stammenden Julian Leist. In der Vorrunde noch Stammkraft, saß der gebürtige Stuttgarter nach der Winterpause vorzugsweise auf der Tribüne oder der Bank.

Die gerade erst in Liga drei aufgestiegene SG Sonnenhof packte die Chance beim Schopf und sicherte sich die Dienste des 1,92 Meter großen Abwehrhünen. Schon zuvor hatte es immer mal wieder Kontakt gegeben, doch Leist hatte zuvor den Kickers, dem FC Bayern sowie 1860 München den Vorzug gegeben. Der Sprung von der zweiten Mannschaft zu den Bundesligateams der beiden bayrischen Klubs gelang ihm aber nicht. Also ging’s zurück nach Degerloch und mit den Blauen prompt rauf von der Regional- in die Dritte Liga, wo er im Gegensatz zum Ex-Bundesligisten von der Waldau immer noch seine sportliche Heimat hat. Seit dreieinhalb Jahren nun aber bei der SG Sonnenhof, aus dessen Abwehr der 29-Jährige nicht wegzudenken ist. Egal ob in der Dreier- oder Viererkette.

„Die Verlängerung mit Julian ist für uns von immenser Bedeutung. Er gehört zu den besten Innenverteidigern der Liga und wird weiterhin ein wichtiger Teil unserer Entwicklung sein“, lobt SG-Präsidiumsmitglieder Michael Ferber seinen zweikampf- und kopfballstarken sowie umsichtigen Abwehrchef. Der gibt das Kompliment zurück: „Ich bin Schwabe und fühle mich hier in Aspach nicht nur extrem wohl, sondern identifiziere mich voll und ganz mit dem Verein.“ Er sei glücklich dort, „wo ich jetzt gerade bin“.

Das bittere Erlebnis bei seinem Heimatklub hat er jedenfalls längst verdaut und kann angesichts seiner erfolgreichen Zeit im Fautenhau sogar darüber schmunzeln. Nur soviel sagt er noch dazu, dass ihm sein mittlerweile im Regionalligakeller herumdümpelnder Ex-Klub einst trotz laufenden Vertrags den Stuhl vor die Tür gestellt hat: „Vielleicht haben die Kickers ja die Quittung bekommen. Ich habe immer an mich geglaubt.“ Das gelte auch für seine Familie und Freunde.

Beim selbst ernannten Dorfklub der Dritten Liga genießt Julian Leist ebenfalls viel Respekt und Anerkennung. Er ist ein sogenannter Führungsspieler, der im Verein und bei den Fans hoch im Kurs steht. Nicht Wenige glauben, dass Julian Leist von Jahr zu Jahr besser wird. Der Kicker selbst will dazu nicht viel sagen, merkt nur an: „Mit Erfahrung löst man manche Dinge vermutlich anders als ein Junger. Zudem passt es einfach mit Kai Gehring als Nebenmann.“ Und noch was: „Ich bin ein Spieler, der Leistung bringt, wenn das Drumherum passt.“ Für ihn sei es nicht nur eine Floskel, zu sagen: „Ich komme aus der Region.“ Er brauche ein gutes Umfeld – im Klub und in der Familie. So wie er es nun schon seit ein paar Jahren hat und wie er es wenigstens drei weitere Jahre gerne vorfinden würde.

Geht es nach Julian Leist,

dann ist 2021 noch

nicht Schluss im Fautenhau

„Dann wäre ich 33“, blickt Julian Leist bereits auf den Sommer 2021. Sieben Jahre hat er dann bei der SG hinter sich und es muss danach im Fautenhau noch nicht Schluss sein, sofern Gesundheit und Fitness stimmen. Vielleicht ist er ja irgendwann mal länger bei der SG am Ball, als er dies bei den Kickers inklusive seiner Jugendjahre war? „Wenn ich’s mir wünschen könnte, dann ist das möglich.“ Bei der Zahl an Pflichtspielen im Aktivenbereich fehlt ohnehin nicht mehr viel. 134 Einsätzen für die erste und zweite Mannschaft der Blauen stehen 124 für Aspach gegenüber. Für diese noch fehlenden zehn Partien hat der Abwehrmann, der einst als Steppke beim TSV Steinhaldenfeld mit der Kickerei begonnen hat, nun weitere drei Jahre Zeit.