Winter endet nicht mit warmem Januar

Der vergangene Monat gehört zu den wärmsten und regenreichsten seit Beginn der Aufzeichnung – Der Februar aber wird frostig

Fast doppelt so viel Regen wie normal, dafür kaum Frost – der Januar hat sich dieses Jahr eher nach Herbst angefühlt. Die unnatürlich warmen Wochen zu Jahresbeginn bedeuten aber keinesfalls, dass bereits der Frühling naht. Im Februar wird’s noch mal richtig Winter.

Nass, düster und nebelig präsentierte sich der Landkreis im Januar – dabei hat es fast doppelt so viel geregnet wie durchschnittlich üblich. Foto: A. Becher

Von Bianca Walf

BACKNANG. Wer im Januar bei wolkenverhangenem Himmel und Dauerregen über Winterblues klagte, der hat offensichtlich den Blick aufs Thermometer gerichtet: Mit durchschnittlich 3,7 Grad Celsius fiel der Jahresbeginn laut Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst „außerordentlich warm“ und „nicht wirklich winterlich“ aus.

Der vergangene Januar gehört nach Expertenmeinung des Meteorologen sogar zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Gerade einmal acht Frosttage, also Tage, an denen die Temperaturen mindestens einmal am Tag unter null sinken, habe es gegeben. „Normal sind 10 bis 20“, so Pfaffenzeller.

Orkantief Friederike
lässt Milde walten

Auch Orkantief Friederike, das in weiten Teilen der westlichen Republik starke Schäden anrichtete, ließ im Rems-Murr-Kreis Milde walten. Gerade einmal 55 Stundenkilometer Windstärke wurden in Backnang und Umgebung erreicht. „Aus meteorologischer Sicht gilt das noch nicht einmal als Sturm. Das ist einfach ein starker Wind“, so Pfaffenzeller. Baden-Württemberg könne sich insgesamt nicht beklagen. „Mit Ausnahme der Hochlagen ist die Region verschont geblieben.“

Weit über dem Durchschnitt lagen jedoch die Niederschlagswerte für den Januar. Mit insgesamt 177 Millimetern Regen, die sich auf 17 Tage des Monats verteilten, hat es fast doppelt so viel geregnet, wie durchschnittlich üblich. „Der Spitzenwert von 46 Millimetern Regen an einem einzigen Tag ist extrem hoch“, so Pfaffenzeller.

Die Sonnenstunden fielen hingegen etwas spärlich aus. Zwar schien zu Jahresbeginn an 19 Tagen die Sonne – jedoch offensichtlich nicht allzu lange. Gerade einmal 32,4 Stunden haben die Wetterstationen insgesamt verzeichnet. Das entspricht 66,7 Prozent des durchschnittlichen Werts.

Wolkenverhangen und insgesamt reichlich trüb bleibt es auch in den kommenden Tagen. Während der Regen zur Abwechslung mal eine Pause einlegt, sinken die Temperaturen vor allem nachts wieder unter den Gefrierpunkt. Tagsüber ist mit Maximaltemperaturen zwischen drei und vier Grad zu rechnen. Wer sich nach dem milden Januar bereits Hoffnungen auf den Frühlingsbeginn gemacht hat, muss sich also noch gedulden: Der Februar kommt insgesamt frostig daher. Bei Dauerfrost und ungemütlichem Nordostwind kann es mitunter auch noch einmal richtig weiß werden. Andreas Pfaffenzellers Voraussage lautet: „Neben gelegentlichem Schneeregen sind auch stärkere Schneefälle nicht unwahrscheinlich.“