Ein Punkt dank Broll, Röttger und Leist

Bei Aspachs 2:2 gegen Bremen II: Der Keeper glänzt, der Joker bringt Schwung und macht das 1:1, der Innenverteidiger trifft spät

Nun können auch die größten Pessimisten aufatmen. Aspachs Fußballer bleiben in Liga drei, das ist nach dem 2:2 zu Hause gegen Bremen II auch rechnerisch klar – egal, was aus der Chemnitzer Insolvenz wird. Trotzdem ist ein Punkt gegen die so gut wie abgestiegene Werder-Reserve nicht das, was sich die SG Sonnenhof vorgestellt hatte. Sie musste damit nach zwei Rückständen aber zufrieden sein.

Stürzte sich nach seiner Einwechslung in jeden Zweikampf und erzielte bereits sein neuntes Saisontor: SG-Routinier Timo Röttger.Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Die Moral ist bei Großaspach intakt, daran konnte nach dem 2:2 gegen den Vorletzten kein Zweifel bestehen. Obwohl den Hausherren der Pokalkrimi in Stuttgart in den Knochen steckte und die Personalnot groß ist, stemmten sich die SG-Kicker gegen die drohende Pleite. Und zwar solange, bis sie in der 88. Minute abgewendet war. Nach Michael Vitzthums Ecke lauerte Kai Gehring am langen Pfosten und köpfte die Kugel an die Latte. Zum dritten Mal in der zweiten Hälfte verhinderte Aluminium ein Tor der Schwaben, doch damit war diese Situation nicht abgeschlossen. Julian Leist stand dort, wohin der Ball zurückprallte und beförderte ihn wild entschlossen über die Linie – 2:2. Den Ausgleich hatte sich Aspach verdient, mit Beginn der Nachspielzeit hätte mehr daraus werden können. Der Schuss von Yannick Thermann streifte knapp vorbei, das Siegtor wäre auch des Guten zu viel gewesen.

Dieser Einschätzung liegt vor allem die erste Halbzeit zugrunde, in der die SG eine schwache Leistung ablieferte. Die ersten Minuten waren noch okay, mit etwas Glück hätten die Kopfbälle von Mario Rodríguez (8.) und Pascal Sohm (13.) auch die Führung bedeuten können, doch mit dem 0:1 (14.) verloren die Hausherren völlig den Faden. Ein Treffer, bei dem sich die Abwehr im kollektiven Tiefschlaf befand. Shqiprim Binakaj fehlten nur Zentimeter, um die Aktion auf Außen zu unterbinden, doch danach hatte Bremen leichtes Spiel. Niklas Schmidt durfte ungestört flanken, im Umkreis von einigen Metern war kein Aspacher bei Rafael Kazior. Werders Kapitän bedankte sich mit dem Volley-Aufsetzer, bei dem Kevin Broll machtlos war.

Der SG-Keeper bekam aber noch genug Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Beginnend in der 23. Minute, als Jeff-Dens Fehr das Leder vertändelte und Broll mit einer Fußabwehr gegen Philipp Eggersglüß das 0:2 verhinderte. Als sich Binakaj und Leist uneinig waren, wer zum Ball gehen soll, und es beide bleiben ließen, musste der Torwart schon wieder ran und gewann das Duell gegen Schmidt. Mit dem 0:1 zur Pause waren die vorne und hinten viel zu zaghaften Großaspacher gut bedient, kurz nach Wiederbeginn war es abermals Broll, der gegen Schmidt sein Können zeigte.

Neuen Schwung brachte die Einwechslung von Timo Röttger. Der SG-Routinier sorgte für Alarm bei Werder und verdiente sich die Prise Dusel beim 1:1 (61.). Den Schuss nach Binakajs schnellem Einwurf fälschte Dominic Volkmer so unglücklich ab, dass eine Bogenlampe daraus wurde, die sich hinter dem SVW-Keeper Eric Oelschlägel senkte. Fünf Minuten später lag die SG aber schon wieder hinten. In einer eigentlich harmlosen Situation leistete sich Gehring einen kapitalen Bock. Als er ihn ausbügeln wollte, sank Kazior clever zu Boden, es ertönte der Elfmeterpfiff. Marc-Andre Kruska verwandelte eiskalt.

Nun war es eine turbulente Partie, weil Aspach viel riskierte und hinten sorglos agierte. Vorne scheiterten Röttger (67.) und Leist (70.) an der Latte und Jannes Hoffmann (82.) recht kläglich am Keeper. Gegenüber avancierte Broll mit Paraden gegen Kazior (68.) und Leon Jensen (69.) endgültig zum Held des Tages und zum Garant dafür, dass überhaupt noch das Remis möglich war, das Leist eintütete.