Brutaler Schläger muss in die Psychiatrie

Mit einem Besenstiel und Eisenstangen schlug ein Asylbewerber aus Gambia mehrfach zu – Wegen Drogen eingeschränkt schuldfähig

Von Bernd S. Winckler

WINNENDEN. Der 25-jährige Asylbewerber aus Gambia, der in einer Winnender Flüchtlingsunterkunft mehrfach ausgerastet ist und mit Fäusten, einem Besenstiel sowie einer Eisenstange andere Bewohner teils erheblich verletzte, wurde gestern vom Stuttgarter Landgericht zu einem Jahr und neun Monaten Haft plus Einweisung in eine psychiatrische Anstalt verurteilt.

Mit diesem Urteil, in das die 17. Große Strafkammer gleich drei weitere Gewaltverurteilungen des Amtsgerichts Waiblingen miteinbezogen hat, sind die recht brutalen Schläge, die der Angeklagte gegenüber anderen Unterkunftsbewohnern ohne jeglichen Grund verabreichte, gesühnt. Dabei stellten die Stuttgarter Richter mithilfe eines psychiatrischen Sachverständigen fest, dass der Beschuldigte an einer Art Schizophrenie leidet, ausgelöst durch seinen jahrelangen Cannabis-Konsum. Es sei nicht auszuschließen, dass er die Übergriffe gegen andere Bewohner und auch Pfleger im Zustand dieser Drogen-Psychose beging.

Mitbewohner im Wahn

schwer verletzt

Die Angriffe fanden in der Zeit zwischen September letzten Jahres und Ende Januar dieses Jahres statt. Besonders schwer traf es dabei einen Landsmann des Angeklagten am 27. September letzten Jahres, gegen den der Beschuldigte mit einer Eisenstange vorging und ihn durch Schläge am Oberkörper und der Hüfte schwer verletzte. Bei Fausthieben gegen Bewohner, die der Angeklagte immer genau in das Gesicht der Betroffenen platzierte, verursachte er in einem der insgesamt neun Anklagepunkte einen komplizierten Nasenbein- und Kieferbruch. Durch Würfe mit teils faustgroßen Steinbrocken hatte er zudem einen recht hohen Sachschaden an Fenstern und Türen der Winnender Unterkunft verursacht.

Wegen seiner psychischen Krankheit ist der 25-Jährige laut dem Urteil zwar nicht gänzlich schuldunfähig, aber erheblich eingeschränkt in seiner Einsichtsfähigkeit. Da er in diesem Zustand eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, schickte ihn die Strafkammer in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung zur Behandlung.

Chancen auf Heilung

stehen schlecht

Diese Zeit wird auf die verhängten eindreiviertel Jahre Haft, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wurden, angerechnet. Doch die Prognose zur Heilung sei schlecht, meinen die Richter. Nach der Urteilsverkündung wurde der bislang auf freiem Fuß befindliche Beschuldigte festgenommen und die Einweisung in das psychiatrische Krankenhaus zwangsweise vollstreckt.