Die Schwestern leiden unter ihrer Trennung

BKZ-Leser helfen: Fahrtkosten für Besuche werden aus dem Fördertopf bezahlt – Häufige Kontakte sind für Genesung sinnvoll

BACKNANG (not). Die Fördertöpfe, die von der Spendenaktion BKZ-Leser helfen mehreren Institutionen zur Verfügung gestellt werden, ermöglichen oft schnelle und unbürokratische Hilfen. So schildert etwa Harry Müller, der im Kreisjugendamt seit einigen Jahren im Spendenrat mitverantwortlich ist, wohin die Spenden gehen, folgenden Fall:

Maria ist 14 Jahre alt und wohnt bei ihren Eltern. Die Familie bestreitet seit vielen Jahren ihren Lebensunterhalt aus Leistungen nach ALGII. Beide Eltern sind psychisch krank und nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Dementsprechend begrenzt sind die finanziellen Möglichkeiten für die Familie.

Marias wichtigste Bezugsperson ist ihre ältere Schwester Melanie, die seit einiger Zeit in einer Wohngruppe der Jugendhilfe in einem anderen Landkreis lebt. Maria und Melanie hatten immer eine sehr enge Beziehung. Aufgrund von negativen Erlebnissen und Erfahrungen in der Vergangenheit, hat Melanie als Reaktion massive Symptome entwickelt, die therapeutische behandelt werden müssen. Es bedarf einer speziellen Einrichtung, die es nicht in der Nähe gibt. Aufgrund der Entfernung sind Kontakte zur Familie deutlich reduziert. Die Schwestern vermissen sich und leiden unter ihrer Trennung. Aus Expertensicht machen mehr Kontakte für die Entwicklung und Genesung von Melanie sehr viel Sinn. Da die Eltern kein Geld haben, hat sich die Familie mit Unterstützung ihrer Familienhelferin an das Jugendamt gewandt. Die Fahrtkosten sollten über eine Spende finanziert werden. Für die Besuche (übernachten konnte Maria kostenlos bei Melanie in der Einrichtung) sind Fahrtkosten in Höhe von 75 Euro entstanden (dies reichte für fünf Besuche übers Wochenende von Juni bis Oktober). Die Spende wurde bewilligt und Maria konnte ihre Schwester mehrmals besuchen, was beiden sichtlich gutgetan hat.

Wer sich bei der Aktion BKZ-Leser helfen beteiligen möchte, der kann versichert sein, dass seine Gabe ohne jeden Abzug bei den Empfängern ankommt. Das Finanzamt erkennt jede Spende bis zu einer Höhe von 200 Euro ohne speziellen Beleg an. Allen Spendern gilt ein herzliches Dankeschön.