Steppen, bis die Füße brennen

Magic of the Dance: Die Weltmeister des Irish Dance begeistern das Publikum im Bürgerhaus

Mit explosiven Stepps und faszinierenden Formationen wird der Stepptanz bei Magic of the Dance auf der Deutschlandtournee auf eine neue Spitze getrieben. Die vielfach preisgekrönte und traditionsreichste Irish-Dance-Show hat nun erstmals die Zuschauer im Backnanger Bürgerhaus auf eine emotionale Reise auf die Grüne Insel entführt.

Die Show vereint die besten Stepptänzer der Welt, mitreißende Musik, eine tolle Bühne und Pyroeffekte in atemberaubenden Choreografien. Foto: A. Becher

Von Uta Rohrmann

BACKNANG. Die Weltmeister des Irish Dance waren im Backnanger Bürgerhaus zu Gast und boten den zahlreichen Besuchern eine Show, die in den vergangenen knapp 20 Jahren rund 3000-mal präsentiert wurde und Millionen von Zuschauern in den meisten Großstädten der Welt begeisterte. Bei Magic of the Dance handelt es sich um die vielfach preisgekrönte, international erfolg- und traditionsreichste Irish-Dance-Show, die jetzt neu inszeniert wurde – unter anderem von John Carey, der internationalen Irish-Dance-Legende, der auf diesem Gebiet achtmal Weltmeister wurde.

Faszinierend ist auch die Vielzahl und das Zusammenspiel der verschiedenen künstlerischen Elemente und Showeffekte: Tanz und Choreografie, mitreißende Musik und Rhythmen, Gesang und Erzählung, Film und Bild, Effekte mit Licht, Feuer und Funken.

Ausgehend von den keltischen Wurzeln, dargestellt in mystisch anmutenden Szenen, wird vom Schicksal der irischen Auswanderer erzählt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine unwägbare und gefährliche Schifffahrt in die „Neue Welt“ dem sicheren Tod in der Heimat vorziehen. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar, das die Zuschauer in seinen Kampf um Liebe und Leben mit hineinnimmt. Durchgehendes Thema ist die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse, Liebe und Hass.

Die getanzte Liebesgeschichte wird erzählt von der Stimme der Hollywoodlegende Sir Christopher Lee, bekannt unter anderem aus der „Herr der Ringe“ und der „Krieg der Sterne“-Saga. Eingeblendete Bilder auf einer großen Leinwand zeigten Landschaften wie die unberührte irische Natur genauso wie die Symbolik der bronzenen Totenköpfe oder der New Yorker Freiheitsstatue – und veranschaulichten damit den Hintergrund der Geschichte. Der Tanz ist Ausdrucksmittel in allen Lebenslagen: „Egal, was passiert und welchen Status ich gerade habe oder nicht habe, ich werde immer tanzen“, verdeutlicht die junge Frau in Weiß schon zu Beginn in beeindruckenden Choreografien. Mittellos, aber nicht entmutigt trotzt sie gemeinsam mit ihrem Freund und anderen Auswanderern dem Teufelspaar namens Hunger und Armut, farblich symbolisiert mit Schwarz und Rot, wird immer wieder zu Boden geworfen und steht wieder auf.

Genauso wenig unterkriegen lässt sich ein schwarzer Hafenarbeiter, der mit seinem Besen an der Schwelle zwischen alter und neuer Welt zugange ist und trotz Armut und ungewisser Zukunft Lebensfreude versprüht – auch er tackert rasant und scheinbar mühelos, völlig locker und doch exakt im Rhythmus mit den Füßen über den Boden, lässt sich fallen, um sofort, ohne die Haltung zu verändern, wieder aufzustehen.

Getanzt wird mit dem, was da ist, und seien es nur zwei alte Fässer, die irgendwo im Hafen herumliegen. Obwohl auch die Backnanger während der zweistündigen Show immer wieder unweigerlich von den Rhythmen ergriffen werden, mitklatschen, sich bewegen oder auch mal jubeln, ist das Publikum anderswo auf der Welt sicherlich spontaner und extrovertierter. Zumindest war besagter Hafenarbeiter, dargestellt von Scott Kelley Thomas, zunächst nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis seiner Animationsversuche. Das Nachsingen von „O happy day“ brach er kurzerhand mit „Forget it!“ ab und zum Thema Tanzen erklärte er mit all seinem Charme: „Instead of using your head, we want you all to use your feet!“

Die drei „special guests“ aus dem Publikum, die Scott nach der Pause zum Vortanzen auf die Bühne holte, machten ihre Sache jedoch recht gut. Inzwischen angekommen in New York, bekommt auch die künstlerische Darbietung eine weitere Komponente: den amerikanischen Tap-Dance. Vertreter von Irland und New York stehen nun einander gegenüber, begeistern mit ihrer detaillierten und doch atemberaubend schnellen Fußarbeit, eleganten Sprüngen, der vollendeten Körperbeherrschung.

Am Ende wird eine Kathedrale eingeblendet. Leben und Liebe haben gesiegt, dem Hochzeitstanz in Weiß steht nichts mehr im Weg, die Funken sprühen vor Freude. Nach dem begeisterten Applaus stehen die weltweit führenden Künstler im Irish Dance noch zum Signieren und Fotografieren zur Verfügung. Noch bis zum 24. Februar werden sie durch Deutschland touren.