Pusteblume und Sternentraum helfen

Am heutigen Mittwoch ist der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit – Im Landkreis sind gleich zwei Institutionen engagiert

Der heutige 10. Februar ist der Tag der Kinderhospizarbeit. Aus diesem Grund stellen sich die beiden im Rems-Murr-Kreis tätigen Institutionen vor, der Kinderhospizdienst Pusteblume und der Verein Sternentraum.

Begleitet ein krankes Mädchen auf dem letzten Stück des Erdenwegs: Mieke Müller-Nielsen vom Kinderhospizdienst Pusteblume. Sie ist seit Jahresbeginn im Rems-Murr-Kreis im Einsatz.Foto: privat

BACKNANG (pm). Der ambulante Kinderhospizdienst Pusteblume der Hospizstiftung Rems-Murr-Kreis begleitet betroffene Familien zum Teil schon seit mehreren Jahren. In Baden-Württemberg leben etwa 3000 Kinder mit einer lebensverkürzenden Krankheit. Ein stationäres Kinderhospiz besuchen betroffene Familien in der Regel ein- bis zweimal im Jahr für einige Wochen, um etwas entspannen und auftanken zu können.

Im Alltag wird versucht, in der häuslichen Umgebung zu bleiben, was mit einer schweren Erkrankung des Kindes eine große Belastung darstellt und für die Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder bis an die Grenzen des Ertragbaren gehen kann. Immer wieder ziehen sich Bekannte und Freunde aus Hilflosigkeit und Unsicherheit zurück.

Die Hospizstiftung ist seit über zehn Jahren in der Kinderhospizarbeit engagiert. Mit ihrem Kinderhospizdienst Pusteblume unterstützt sie Familien zu Hause in vielfältiger Weise kostenlos und unbürokratisch. Von der Diagnosestellung bis über den Tod hinaus begleiten speziell für Kinder und Jugendliche qualifizierte ehrenamtliche Kinderhospizmitarbeiter die Familien bei der Bewältigung des Alltages. Die Begleitungen richten sich ganz nach der individuellen Situation.

Aber auch trauernde Kinder bilden einen Schwerpunkt der Kinderhospizarbeit. Kinder leiden oft besonders stark unter dem nahenden Tod eines vertrauten Menschen, werden nicht selten von Schuldgefühlen geplagt und finden keine Möglichkeit, ihre eigenen Ängste und ihre Trauer zu zeigen. Diese Kinder benötigen viel Zeit und Ruhe, die die Begleiter mitbringen.

Der Kinderhospizdienst Pusteblume hat seit Anfang des Jahres eine neue Koordinatorin, Mieke Müller-Nielsen. Sie selber ist Mutter von drei Kindern und engagiert sich seit mehreren Jahren in der Hospiz- und Kinderhospizarbeit. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, über die Arbeit des Kinderhospizdienstes in Kindergärten, Schulen und sonstigen Einrichtungen zu informieren, neue ehrenamtliche Begleiter zu qualifizieren und ihre Fortbildung und Supervision zu organisieren. Wichtig ist auch die Vernetzung der medizinischen, psychosozialen, pflegerischen und sonstigen in der Familie tätigen Einrichtungen und Personen. Bei auftretenden Problemen und Schwierigkeiten werden Lösungen und neue Wege gesucht und gegebenenfalls die verschiedenen Dienste der Hospizstiftung mit einbezogen. Die Kinderhospizarbeit finanziert sich überwiegend aus Spendenmitteln und ist somit auf die Unterstützung aus der Gesellschaft angewiesen.

Der Verein Sternentraum nimmt den Tag der Kinderhospizarbeit ebenfalls zum Anlass, über seine Arbeit zu informieren. In einer Pressemitteilung heißt es: „Am 10. Februar 2006, der Gründung des Kinder- und Jugendhospizdienstes Sternentraum, waren die Inhalte und Aufgaben der Kinderhospizarbeit im Rems-Murr-Kreis weitgehend unbekannt.“ Bei verschiedenen Informationsveranstaltungen und durch aktive Öffentlichkeitsarbeit konnten sich seitdem viele Menschen über die Arbeit des Dienstes informieren. Ob im kleinen Kreis bei Sitzungen von Elternbeiräten oder Großveranstaltungen wie der Sternlauf der Rems-Murr-Landfrauen: Heute ist die Kinder- und Jugendhospizarbeit schon in vielen Teilen der Rems-Murr-Bevölkerung ein Begriff.

Durch Schulungen, Gespräche und Vorträge werden Menschen motiviert, offener mit dem Thema Sterben und Tod von Kindern und Jugendlichen umzugehen. Dass dies notwendig ist, zeigte sich sehr eindrucksvoll beim letztjährigen Tag der Kinderhospizarbeit, als im Kino in Backnang der Film über das stationäre Kinderhospiz St. Nikolaus im Allgäu gezeigt und besprochen wurde.

Der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit dient auch dazu, ehrenamtliche Mitarbeiter und finanzielle Unterstützer zu finden. Mit seinen 25 ehrenamtlichen Begleitern ist der Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentraum derzeit gut aufgestellt für die Anfragen von betroffenen Familien aus dem Rems-Murr-Kreis, die eine kostenlose Begleitung ab dem Zeitpunkt der Diagnose „lebensverkürzende Erkrankung“ wünschen. Außerdem übernimmt Sternentraum auch die Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen.

Weitere Infos gibt es unter folgenden Nummer und Adressen:

Pusteblume, Hospizstiftung Rems-Murr,

Telefon 07151/95919-50 und im Internet www.hospiz-remsmurr.de

oder Sternentraum, Telefon 07191/3732432 und www.kinderhospizdienst.net.