Räuberduo muss ins Gefängnis

Haftstrafen ohne Bewährung für 22- und 25-Jährige – Verteidiger und Ankläger gehen in Revision

Von Bernd S. Winckler

SCHORNDORF/STUTTGART. Wegen schweren Raubes, Körperverletzung und Wohnungseinbruchsdiebstahls schickte das Stuttgarter Landgericht nach über vierwöchiger Hauptverhandlung jetzt zwei 22- und 25-jährige, vielfach vorbestrafte Männer für vier Jahre und acht Monate beziehungsweise für eineinhalb Jahre – jeweils ohne Bewährung – ins Gefängnis. In dem Prozess ging es um einen Raubüberfall und Einbruch in Schorndorf.

Vor der 7. Großen Strafkammer hatten die beiden Männer, von denen jeder jeweils zehn Vorstrafen im Eigentumsbereich vorweisen kann, eisern geschwiegen. Durch ihre Anwälte wurde mitgeteilt, dass die Beweise für die Täterschaft des Raubüberfalles auf ein junges Pärchen in der Nacht zum 21. Oktober letzten Jahres nicht für einen Schuldspruch ausreichen. Ebenso auch nicht die Beweise, dass beide drei Wochen zuvor in Schorndorf-Buhlbronn einen Einbruch in ein Wohnhaus verübten und Wertgegenstände stahlen.

Die Richter der 7. Kammer sahen dies jetzt aber anders. Immerhin wurde mindestens einer der beiden nach dessen Festnahme noch in der Tatnacht von dem Tatopfer bei der Waiblinger Polizei erkannt. Dazu kam, dass dieser Angeklagte in der Tatnacht in der Schorndorfer Innenstatt gefasst wurde, nahe des Tatorts.

Der 22-Jährige ist somit laut Urteil des schweren Raubes und des versuchten Raubes schuldig. Zudem muss er sich für den mit seinem Kumpel verübten Wohnungseinbruch verantworten. Er muss nun für vier Jahre und acht Monate hinter Gitter. Sein Verteidiger hat bereits Revision dagegen eingelegt. Ebenso auch der Staatsanwalt, der eine weit höhere Strafe erreichen will.

Seinem 25-jährigen Freund hingegen konnte das Gericht nur die Beteiligung an dem Wohnungseinbruch nachweisen, nicht aber seine Mittäterschaft an dem Raubüberfall in Schorndorf, obwohl die beiden Opfer berichteten, dass es sich um zwei Täter handelte. Der 25-Jährige wurde von diesem Vorwurf freigesprochen. Wegen des Einbruchs muss er eineinhalb Jahre Haft verbüßen. Strafaussetzung zur Bewährung war aufgrund der Vorstrafenliste nicht mehr möglich.