Gelungener erster Markttag in Kirchberg

Etliche Kirchberger Bürger haben sich bei drei Marktständen mit Lebensmitteln eingedeckt und sich über die Begegnungen gefreut

Die drei Marktbeschicker waren mit der gestrigen Premiere des Kirchberger Wochenmarkts hochzufrieden. Zahlreiche Bürger haben die Gelegenheit genutzt, vor Ort Fleisch und Wurst, Käse und Milchprodukte und Obst und Gemüse einzukaufen. Und die Gespräche untereinander kamen auch nicht zu kurz.

Eingerahmt von den beiden Verkaufswagen von Otto’s Hausmacher und Käseanbieter Widmann, lädt der Stand von Heike Fritz zum Einkauf von Obst und Gemüse ein. Viele Kirchberger haben das Angebot genutzt und die Verkäufer zumindest bei der Premiere zufrieden gestimmt.Foto: A. Becher

Von Hans-Christoph Werner

KIRCHBERG AN DER MURR. Auf den letzten Metern hat sie sich noch mächtig ins Zeug gelegt, die Initiatorin des Wochenmarktes, Gemeinderätin Gudrun Wilhelm. Denn dass vom 6. Dezember an jede Woche die Marktstände viereinhalb Stunden lang ihre Waren feilbieten, musste ja bekannt werden. So ließ Wilhelm 1000 Handzettel drucken. Robustes Papier, ein farbenfrohes Bild von allerlei Gemüse auf einem Holztisch darauf, die Uhrzeit, der Ort, dazu die Logos aller drei Anbieter. Die Handzettel wurden verteilt oder ausgelegt. Die „Freie Liste Kirchberg“ übernahm die Druckkosten. Auch an einen Plakatständer wurde gedacht. Er wurde an der Hauptstraße platziert und sollte auf die neue Einkaufsmöglichkeit aufmerksam machen.

Mehr als drei Marktstände würden auf den Platz zwischen Lukaskirche und Rathaus nicht passen. Die Örtlichkeit ist gerade richtig für zwei Verkaufswagen und einen mobilen Stand. Fleisch und Wurst, Käse und Milchprodukte, Obst und Gemüse – die Grundbedürfnisse sind gedeckt. Kurz vor zwölf Uhr ist Klaus Ebinger von Otto’s Hausmacher mit seinem Wurst- und Fleischverkauf äußerst zufrieden. Gigantisch nennt er es. Wäre er auch nur die Hälfte von dem, was am Eröffnungstag über den Ladentisch ging, losgeworden, so wäre er zufrieden gewesen. So aber übertraf es alle seine Erwartungen. Er ist noch in einem anderen Ort an der Murr, den er jetzt besser nicht nennen will, mit seinem Stand unterwegs. Aber hierzu ist das, was in Kirchberg lief, kein Vergleich.

Auch Jan Widmann, der Juniorchef von Käseanbieter Widmann aus Waiblingen-Beinstein, ist hochzufrieden. Er musste, wie Klaus Ebinger, seinen Stand allein managen. Und hatte zeitweise alle Hände voll zu tun. Als Jan Widmann mit seinem Einkaufswagen morgens anrückte, war alles schon vorbereitet. Das benötigte Stromkabel lag schon. Überhaupt lobt er die Organisation des Vorhabens. „Es macht Spaß“, sagt er. Und hebt die Freundlichkeit der Kirchberger Kundschaft hervor. Was will man mehr!

Eingerahmt von den beiden Verkaufswagen hat Heike Fritz ihren Stand. Sie ist bei vielen Kunden bekannt, hat sie doch seit Jahren einen Verkaufsautomaten in der Pfarrgartenstraße stehen. Auch bei ihr lief es gut. Zwischendrin musste ihr Ehemann Manfred nochmals wegfahren und Nachschub bei den Eiern holen. „Der erste Tag“, so sagt Manfred Fritz, „ist immer gut.“ Er hofft auf anhaltenden Zuspruch. Vieles bei Fritzens stammt aus eigenem Anbau. Zum Beispiel die Kartoffeln, der Ackersalat, das Obst. Um ein breiteres Angebot zu haben, musste Ehepaar Fritz natürlich zukaufen.

Karen Benzler, die nicht allzu weit entfernt vom Marktplatz wohnt, kommt vorbei und deckt sich mit Gemüse ein. Ihr ist es wichtig, zu wissen, wo die Ware herkommt. Hier ist es der Fall. Karen Benzler kennt Heike Fritz und so wird natürlich nicht bloß der Einkauf getätigt, sondern auch so manches an Gesprächsstoff ausgetauscht. Mit einem vollen Korb zieht Karen Benzler dann zum Hausmacher-Stand weiter. Heike Stumpf ist da zurückhaltender. Mehr zufällig kam sie vorbei, entdeckte Bekannte zwischen den Marktständen und nutzte die Zeit zum Gespräch. Ob sie was einkauft? Sidha Kreijer, Chefin von „Stil und Blüte“ um die Ecke, kommt auch vorbei. Sie will sich, so sagt sie, für ihren Einkauf von den Auslagen der Anbieter inspirieren lassen. Und so geschieht es denn auch. Auch zwei Mitarbeiter des Bauhofs, erkenntlich an ihrer Arbeitskleidung, kommen vorbei. Sie wollen, so geben sie an, nur etwas fragen. Aber dann gleich noch ein deftiges Vesper mitzunehmen, ist auch nicht schlecht. Anne-Ruth Weber kommt vorbei, die Ehefrau des Ortspfarrers. Wenn man will, so ihre Meinung, dass Einkaufsmöglichkeiten im Ort geschaffen werden und bestehen bleiben, so muss man diese auch nutzen. Und kauft ein.

Auch Bürgermeister Frank Hornek, Geburtshelfer bei der Behandlung des Vorhabens im Gemeinderat, kommt vorbei. Und ist sichtlich angetan. Auf dem Weg in den Kreistag zu einer Sitzung hat Gudrun Wilhelm das bunte Treiben im Vorbeifahren in den Morgenstunden wahrgenommen. Und sich gefreut. Später kommt sie erneut vorbei, hat jetzt Zeit und unterhält sich mit vielen der Einkaufenden. Für sie ist nicht nur die Einkaufsmöglichkeit wichtig, sondern auch die Begegnungsmöglichkeit, die sich ergibt. Und Gudrun Wilhelm trägt ihren Teil dazu bei.