Wenig Sonnenschein, dafür sehr feucht

Dezember fällt etwas zu warm aus – Viele Frost- und Eistage verzeichnet – Einige Temperaturschwankungen im gesamten Jahr 2017

Nach zwei sehr freundlichen Dezembermonaten in den Vorjahren zeigte sich der Dezember 2017 gebietsweise rekordverdächtig trüb. Hinzu kamen eine Menge Regen und auch Schnee. Die Sonne ließ sich hin und wieder blicken – und wieder war es nichts mit einer weißen Weihnacht.

Von Yvonne Weirauch

BACKNANG. Ende November gab es die ersten Anzeichen, dass es vielleicht eine weiße Weihnacht geben könnte, denn es schneite vereinzelt. Aber – Pustekuchen! Der vergangene Monat präsentierte sich – wie fast schon üblich – ein wenig zu warm. Aber an immerhin 19 Tagen herrschte laut der Messstation Großerlach-Mannenweiler Frost, sechs Eistage waren dabei und 23 Tage sind mit Bodenfrost verzeichnet. Der Temperatur-Höchstwert wurde an Silvester mit 11,2 Grad Celsius erreicht, der Tiefstwert lag am 10. bei fünf Grad Celsius.

Die Durchschnittstemperatur des Monats Dezember lag bei 1,2 Grad Celsius (vieljähriger Mittelwert 0 Grad). Bewölkt, leichter Schneeregen, Regen, Schnee – dies charakterisiert die Wetterbeschreibung der vergangenen Wochen. Nur zweimal ist in den Messaufzeichnungen „zeitweise Sonne“ zu lesen. Mit häufig milden Temperaturen herrschte eher April- statt Winterwetter im Dezember.

Etwa 29 Stunden schien die

Sonne insgesamt im Dezember

Der Monat zeigte sich von seiner feuchten Seite. Die Niederschlagshöhe lag bei 103,1 Millimeter (vieljähriger Mittelwert: 97,6 Millimeter). Am 30. Dezember notierte die Messstation die größte Niederschlagshöhe mit 15,8 Millimeter, am 1. Dezember wurden elf Zentimeter Schnee gemessen. Schnee lag insgesamt an 18 Tagen. Nur hin und wieder blickte die Sonne zwischen den grauen Wolken hervor. Rund 29 Stunden schien sie insgesamt im Dezember (vieljähriger Mittelwert: 44,4 Stunden). Am 7. Dezember schien sie mit 7,1 Stunden am längsten – auch wenn das Gefühl, die Sonne wenig gesehen zu haben, überwiegt, sie schien immerhin an 13 Tagen.

Mitte des Monats hielten sich die Meteorologen im Radio mit Versprechen zurück, dass es an Heiligabend schneien könnte. Die Witterung mochte sich nicht so recht entscheiden, ob sie in Richtung winterlich oder Weihnachtsfrühling tendieren sollte. Im Rems-Murr-Kreis blieb es einfach nur meist grau, mit ein wenig Regen und einem unspektakulären dritten Adventswochenende. Die Quecksilbersäule bewegte sich meist im niedrigen einstelligen Plusbereich. Dann – man mochte es kaum glauben – an den Tagen vor Weihnachten schneite es ein wenig – nur ein kurzes Zwischenspiel. Denn die Temperaturen stiegen wieder an und der Schnee verschwand. Das Thermometer zeigte zwischen 5 und 7 Grad Celsius an – weiße Weihnachten damit gänzlich ausgeschlossen. Fühlbar also frühlingshafte Feiertage.

2017 fügt sich nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Jahre seit 2014 ein. Allerdings schlugen die Temperaturen dabei einige Wellen. Zudem war 2017 seit Längerem mal wieder ausgesprochen feucht. Blickt man auf das gesamte Jahr zurück, lag die Durchschnittstemperatur bei 9 Grad Celsius (vieljähriger Mittelwert 7 Grad). Der heißeste Tag 2017, der von der Messstation Großerlach-Mannenweiler festgehalten wurde, war mit 31,6 Grad Celsius der 22. Juni, der kälteste am 6. Januar mit minus 12 Grad. 41 Sommertage, vier heiße Tage (Temperatur liegt bei über 30 Grad), 76 Frosttage und 120 Tage mit Bodenfrost wurden verzeichnet. Die Niederschlagshöhe des Jahres 2017 beträgt laut Station 1118,6 Millimeter (vieljähriger Mittelwert: 1119,4 Millimeter).

Am 25. Juli regnete es am meisten: 53,9 Millimeter. Die Sonne schien 1824 Stunden, am längsten mit 14,8 Stunden am 19. Juni. Im Spätsommer und Herbst sorgten zudem die drei Stürme – Sebastian, Xavier und Herwart – für größere Schäden. Anschließend verlief das Jahr trotz kurzer kälterer Phasen immer wieder mild mit einem fast frühlingshaften Finale. Nun stehen stürmische Stunden bevor: Heute sollen schwere Sturmböen übers Land fegen. „Am kräftigsten weht der Wind während Schauer und Gewitter beim Durchzug einer Kaltfront. Dann sind bis ins Flachland selbst schwere Sturmböen und orkanartige Böen von über 100 Kilometer pro Stunde und mehr nicht ausgeschlossen“, so Meteorologe Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst. Und zunächst werde es auch wieder milder.