Neues Kaufland darf Innenstadt nicht schwächen

Anregungen des Verbands Region Stuttgart in Bebauungsplan übernommen – Backnanger TU-Ausschuss segnet Plan einstimmig ab

Das Kaufland in der Sulzbacher Straße soll in diesem Jahr abgerissen und neu gebaut werden. Konkrete Zeitpläne gibt es noch keine.Foto: A. Becher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Der Abriss und Neubau des Kauflands in der Sulzbacher Straße ist wieder ein Stück näher gerückt. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat in seiner jüngsten Sitzung den betreffenden Bebauungsplan beraten und einstimmig beschlossen. Einige Anregungen, die Träger öffentlicher Belange vorgebracht hatten, waren in den Plan eingearbeitet worden. So hatte etwa der Verband Region Stuttgart verlangt, die Begriffe „SB-Warenhaus“ und „zulässige Randsortimente“ ganz genau zu definieren. Baudezernent Stefan Setzer erklärte, der Forderung sei mit folgender Festsetzung Rechnung getragen worden: „Das zulässige Sortiment des SB-Warenhauses wird auf die Sortimente der Grundversorgung wie Nahrungs- und Genussmittel sowie Drogeriewaren beschränkt.“

Kaufland plant, die Verkaufsfläche von derzeit 7000 Quadratmeter nicht zu verändern. Weil jedoch nur auf 25 Prozent der Verkaufsfläche zentrenrelevante Sortimente zulässig sind, wird es künftig deutlich weniger sogenannte Non-Food-Artikel geben. Denn eine weitere Regelung schränkt Kaufland noch weiter ein: „Die zentrenrelevanten Einzelsortimente sind jedoch auf eine Verkaufsflächen-Obergrenze von 200 Quadratmetern je Sortiment beschränkt.“ Für Setzer steht fest: „Damit sind die Anregungen des Regierungspräsidiums erledigt.“

Unverändert bleibt auch die sogenannte Konzessionärszone – dort sind kleinere Geschäfte und Dienstleister angesiedelt, die das Angebot des Kauflands ergänzen. Ihre Verkaufsfläche beträgt auch in Zukunft 1200 Quadratmeter.

Die Forderungen des Regierungspräsidium kann man kurz zusammenfassen: „Das Kaufland darf die Innenstadt nicht schwächen.“ Ob diese Regelungen angesichts eines immer kleiner werdenden Angebots in den Innenstädten richtig ist, das bezweifelten einige Stadträte und regten an, die Sortimentslisten zu überarbeiten. So fragte etwa Dr. Ute Ulfert: „Wo gibt es in der Innenstadt noch Haushaltswaren?“ Viele Bürger würden auf den Online-Handel zurückgreifen oder auswärts einkaufen. Ob dies zum Vorteil der Innenstadt gereiche, das ließen Räte und Verwaltung dahingestellt.