Mammutbäume gefällt

Sulzbachs Bürgermeister Dieter Zahn verteidigt Baumfällaktion

Die Wellingtonien zwischen Schlossgasse und Schloss Lautereck (links) wurden vergangene Woche gefällt. Foto: J. Fiedler

Matthias Nothstein

SULZBACH AN DER MURR. Sie haben zum Sulzbacher Schlössle dazugehört wie das Fachwerk: die vier Mammutbäume auf der Rückseite des stattlichen Gebäudes. Nun sind sie Vergangenheit. In der vergangenen Woche wurden die prächtigen und offensichtlich kerngesunden Wellingtonien gefällt. Sehr zum Leidwesen einiger Sulzbacher, die sich das Schloss Lautereck nicht ohne die riesigen Bäume vorstellen können. So erklärte ein erboster Anrufer gegenüber unserer Redaktion, die Bäume seien 200 Jahre alt gewesen und beklagte den Baumfrevel aufs Schärfste. An dieser Stelle gleich zur Klarstellung: Die Bäume waren tatsächlich nur ungefähr 45 Jahre alt. Trotzdem hatten sie inzwischen eine Höhe von etwa 20 bis 30 Metern erreicht.

Anwohner kritisieren Baumfrevel und zeigen kein Verständnis

Die Maßnahme war Bürgermeister Dieter Zahn zufolge im Herbst bereits dem Gemeinderat angekündigt worden. Damals hieß es: „Aufgrund der riesigen Kronen kommt es im Umfeld des Schlössles, also auf dem Vorplatz, im Innenhof, im Durchgang Torbogen und in der Schlossgasse zu starken Verschmutzungen durch dürre Nadeln und Zweige. Obwohl der Bereich regelmäßig gereinigt wird, sind auch Personen bereits auf dem Kopfsteinpflaster Richtung Torbogen ausgerutscht und gestürzt, da der Belag nicht richtig abtrocknet und rutschig wird.“ Ferner sind laut Bürgermeister Zahn im Straßenbelag erste Risse erkennbar. „Die sind wahrscheinlich auf das Wurzelwachstum zurückzuführen.“

Nachdem die Bäume zum Teil nur zwei Meter von der Begrenzungsmauer des Innenhofs entfernt standen, war zu befürchten, dass die Mauer in absehbarer Zeit durch die Wurzeln beschädigt werden könnte. Die Fällung der Bäume wurde daher beschlossen. Weiter hieß es im Vorfeld der Fällung aus dem Rathaus: „Der Boden unter den Bäumen ist derzeit nur mit Rindenmulch bedeckt, da Schatten und Wurzeln kein Wachstum anderer Pflanzen zulassen. Nach Beseitigung der Bäume wäre es möglich, den Bereich mit Stauden zu bepflanzen, sodass eine optisch ansprechende Umgebung – beispielsweise für Sektempfänge nach Hochzeiten – geschaffen werden könnte.“ Weiterer Grund für die Fällung war laut Zahn, dass die Bäume in einem Gebäudeensemble standen, und zwar in sehr nahem Abstand mit wenigen Metern. Zahn: „Einer der Bäume war in Richtung Brauhaus geneigt. Wären die Bäume umgefallen, so wäre erheblicher Schaden an den Gebäuden zu erwarten gewesen. Aufgrund der Höhe und des Gewichts gab es ein gewisses Risiko. Zudem sind die Bäume in den jüngsten 40 Jahren erheblich gewachsen und hätten in zehn Jahren nur mit weit erheblicherem Aufwand gefällt werden können.“