Rainer Kaupp feiert Weltmeistertitel

In der Altersklasse 60 setzt sich der Wintertriathlet der TSG Backnang gegen alle Rivalen durch

Zog auf seinen Langlaufski noch an allen Kontrahenten vorbei: Rainer Kaupp. Foto: privat

(pm). Weltmeister im Wintertriathlon wurde Rainer Kaupp von der Skiabteilung der TSG Backnang. Der in Allmersbach im Tal wohnende Sportler setzte sich bei den Titelkämpfen in Rumänien in der Altersklasse 60 gegen alle Kontrahenten durch.

Schauplatz der diesjährigen Weltmeisterschaft im Wintertriathlon war die Region Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens, die beispielsweise bekannt ist für die Karpaten und fürs Schloss Bran – eine gotische Festung, die eng mit der Legende um Graf Dracula verbunden ist. Kaupp ging es aber ausschließlich um den Sport und er freute sich wie alle Teilnehmer über die idealen Bedingungen. Bei einer sehr guten Schneelage sowie Temperaturen um den Gefrierpunkt wurden zunächst die Weltmeister der Elite gekürt, am Tag darauf waren die 150 Frauen und Männer in den Altersklassen gefordert. Der Sechskilometerlauf fand auf einer tiefen Schneepiste mit knackigen An- und Abstiegen statt. Kaupp verlor bei diesem kräftezehrenden Wettkampf schon gut zwei Minuten auf den führenden Kasachen Bohuslav Melichercik und lag zu diesem Zeitpunkt scheinbar abgeschlagen auf Platz sechs.

Mit dem Wechsel auf das Mountainbike nahm der Schwabe aber eine seiner beiden starken Disziplinen in Angriff. Auf der teils knöcheltiefen, zerfahrenen Naturstrecke war vor allem Steuerkunst gefragt, denn in den drei Runden war auch eine etwa 400 Meter lange Alpin-Abfahrt eingebaut. Die Stollenreifen griffen bei einem Bar Luftdruck am besten. Nach zehn Kilometern wechselte Kaupp als Vierter zusammen mit einem Engländer auf seine Skatingski. In den letzten drei Runden auf den schmalen Brettern im Biathlonstadion kam der Allmersbacher dem Slowaken auf Rang zwei immer näher und überholte ihn schließlich einen Kilometer vor dem Ziel. Bei der letzten Abfahrt ins Stadion konnte Kaupp den führenden Kasachen dank seiner super präparierten Latten auch noch einholen und den nicht mehr für möglich gehaltenen WM-Titel in der Altersklasse 60 mit zehn Sekunden Vorsprung erringen. Umso beachtlicher, weil die Rivalen auf den weiteren Podestplätzen zum einen der Europameister von 2017 sowie der Titelverteidiger von der WM in Estland waren.