Frühlingserwachen in der Stadt

16. Backnanger Tulpenfrühling lockt Tausende Besucher in die Murr-Metropole

Ob Sonnenanbeter, Genussshopper, Flaneur oder Blumenfan: Beim Tulpenfrühling kam praktisch jeder auf seine Kosten. Das Backnanger Event lockte wieder Tausende in die Stadt, die auf eine sympathisch-frühlingshafte Weise pulsierte. Stadt und Einzelhändler spielten sich die Bälle zu, um den Besuchern den Sonntag so genussvoll, (ent)spannend und unterhaltsam wie nur möglich zu machen.

Nachmittags war die Innenstadt proppenvoll. Die Menschen wollten das herrliche Frühlingswetter beim Backnanger Tulpenfrühling genießen und hielten sich vor allem draußen auf. Auf vier Plätzen konnten sie die schönen Tulpenbeete bewundern.

Von Christine Schick

 

Blumenfreuden: Gleich zur Eröffnung wurden die Besucher mit Tulpen beschenkt. Sigrid Göttlich, Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins, und Oberbürgermeister Frank Nopper, unterstützt von einem Stadtrattrio, verteilten Tulpentütchen um Tulpentütchen. „Die kommen in meinen Garten“, freute sich eine Backnangerin über ihre Beute. Auch Monika Deville und Gerhard Wieland, die mit ihrem elektrischen Scooter gekommen waren, gingen nicht leer aus – aufmerksame Besucher setzten zwei Tütchen in die Frontkörbe ihrer Gefährte. In den Geschäften sowie an den Ständen gab es Nachschub. Am Nachmittag waren die handlichen Frühlingsbotschafter mit ihren neuen Besitzern ausgiebig unterwegs.

 

Bühnenfreuden: Vereine und Gruppen nutzten die Möglichkeit, sich auf den Bühnen zu präsentieren. Die Ballettmäuse beispielsweise ließen die Herzen des Publikums, insbesondere ihrer Eltern, höherschlagen – mit ihrem Tanz als kleine Tulpen und Gärtner. Auch die neue Bühne am Obstmarkt wurde gut angenommen, auf der unter anderem das Showteam der TSG Backnang oder Mitglieder von Wildthing Cheerleadering auftraten.

Frühlingsfreuden: Der Blumenschmuckwettbewerb feierte beim Tulpenfrühling einen neuen Auftakt – integriert ins bunte Treiben. Vertreter der Gartenbauvereine, der Stadt und ein Team der Pestalozzischule informierten und betreuten Interessierte bei ihrer Pflanzaktion: An einem großen Tisch machte sich so manch junger Nachwuchsgärtner daran, sein Lavendelpflänzchen in ein eigenes Töpfchen mit Erde zu setzen. „Die Idee ist, dass die Kinder Lust aufs Thema bekommen, und es zu Hause vielleicht fortsetzen“, sagt Simon Köder vom Stadtmarketing Backnang. Zudem gaben die Blumenbeete am Markt- und Adenauerplatz sowie am Obstmarkt und im Biegel erstklassige Frühlingsboten ab.

 

Spielfreuden: Für Kinder war eine Menge geboten, und so waren auf Backnangs Straßen auch sehr viele Familien unterwegs. Der Nachwuchs hatte die Möglichkeit, sich auf zwei Trampolin-Anlagen auszutoben, bei denen sich die kleinen Sportler an Seilen gesichert auch im Salto üben konnten. Feinmotorisches Geschick war bei einem Baggersimulator gefordert. Live und ebenso interaktiv ging’s beim Galli-Theater zu. Am Adenauerplatz erlebte das junge Publikum die Bremer Stadtmusikanten im fliegenden Rollenwechsel.

 

Bummelfreuden: Die Besucher des Backnanger Tulpenfrühlings hatten jede Menge Gelegenheit, sich in den 100 Geschäften sowie bei den Ständen der Händler in den Straßen und auf den Plätzen umzuschauen. „Ich bin positiv überrascht von der guten Resonanz“, sagte Andre Dippon vom Autohaus Mulfinger. Sein Team von rund elf Mitarbeitern registriere auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung wie Winnenden oder Neckarsulm. Auch Sigrid Göttlich freute sich, dass viele Besucher den Weg in ihr Geschäft in der Aspacher Straße gefunden haben – trotz der Baustelle. Die Flaneure konnten so auch noch einen Blick auf die Bauarbeiten an der Brücke werfen.

 

Genussfreuden: Es war den Menschen anzumerken, dass sie das gute, oftmals sonnige Frühlingswetter auskosten wollten. Bereits nach der Eröffnung füllten sich die Tische in den Restaurants und Cafés. Wer noch einen Platz ergattern wollte, musste sich ranhalten, spätestens gegen 15 Uhr war es nicht mehr sehr wahrscheinlich, in dieser Hinsicht Erfolg zu haben. Die Besucher ließen es sich bei Kaffee, Kuchen oder einem Eisbecher beziehungsweise einem guten Essen gut gehen. Auch jede weitere Sitzgelegenheit – Bank, Blumenbeetränder, Treppen – wurde genutzt, um draußen zu sein und Sonne zu tanken. Die Schlangen an den Eiscafés wuchsen und wuchsen. In den Straßen wurde das Durchkommen schwierig. „Man hat es deutlich gemerkt, das tolle Wetter hat uns in die Hände gespielt“, sagte Simon Köder. „Die Leute wollten raus, die Stadt und den Frühling atmen.“

 

Nachhaltige Freuden: „Ich finde es sensationell, dass der Backnanger Tulpenfrühling so gut angenommen wird“, sagte Sigrid Göttlich. „Man sieht auch so viele fröhliche Gesichter.“ Die Vorsitzende des Stadtmarketing-Vereins Backnang hat dabei vor allem auch die langfristige Wirkung von solchen gemeinsamen Aktionen im Blick. Es sei klar, dass sich das Engagement nicht immer gleich in der Kasse bemerkbar mache, aber wenn sich die Besucher heute wohlgefühlt haben, kämen sie möglicherweise morgen wieder. „Letztlich geht es ja auch darum, dass wir als Stadt mit so einem Tag wie heute, unsere Vielfalt präsentieren.“

 

Vorläufige Bilanz und Ansporn: „Wir hatten eine richtig starke Frequenz in der Stadt“, sagte Simon Köder vom Stadtmarketing. Nach einer ersten Umfrage bei den Händlern und Teilnehmern haben vor allem die Gastronomen und Eiscafés enorm von der großen Resonanz profitiert. „Alle wollten raus und draußen bleiben“, so Köder. Die Bilanz bei den Einzelhändlern falle insofern unterschiedlich aus, sei gut bis befriedigend. Zum einen hänge die Nachfrage an Faktoren wie Branche und Saison, zum anderen motiviert Köder auch: „Wir bieten die Grundlage und bringen die Leute in die Stadt, die Händler müssen sich überlegen, wie sie diese für sich nutzen können.“ Es gelte beispielsweise auch Brücken von der Straße mit Spielen oder Infoständen zu bauen, um die Kunden nach drinnen zu holen. Der Erfolg solch eines Tages sei letztlich schwer messbar, trotzdem glaubt Köder, dass das gemeinsame Engagement aller zur positiven Marke Backnang beitrage.