Männer, mit der Lust auf die (Tor-)Tour

Schwitzen für Pusteblume: Fünf Ausdauersportler wollen in 20 Stunden nonstop von Welzheim nach Riva del Garda radeln

543 Kilometer mit 5500 Höhenmetern in rund 20 Stunden: Es ist eine echte Aufgabe, die sich fünf Radsportler aus der Region vorgenommen haben. Innerhalb eines Tages wollen sie von Welzheim an den Gardasee fahren und mit dem Kraftakt den Kinder-Hospizdienst Pusteblume unterstützen.

Wollen mit dem Rennrad innerhalb von 20 Stunden von Welzheim an den Gardasee fahren (von links): Roland Wahl, Dieter Zimmermann, Klaus Erdei, Hagen Ruoff und Ralf Kircher. Foto: privat

Wir kommen alle aus dem Ausdauersport, erklärt Klaus Erdei gleich vorweg und macht klar, dass die Aktion keineswegs von Männern gestartet wird, die nicht wissen, was sie tun. Wobei der 50-Jährige gleich nachschiebt: Eine solche Tour an einem Tag hat von uns noch keiner geschafft. Seine zwei Mitstreiter Hagen Ruoff und Ralf Kircher starteten zwar schon einmal einen Versuch, doch 30 Kilometer vor Riva war Schluss. Ein Defekt am Rad. Nun wird am Freitag, 20. Juni, um Mitternacht vom Welzheimer Marktplatz aus der zweite Anlauf genommen. Neben Ruoff (49 Jahre) und Kircher (49) sowie Erdei nehmen Dieter Zimmermann (60) und Roland Wahl (44) die schweißtreibende Aufgabe in Angriff. Das Ziel der Fünf, die als Kaufmann, Kämmerer, Technischer Leiter oder Programmierer ihr Geld verdienen: Riva del Garda am Samstag, 21. Juni, zu erreichen. Und das nach rund 20 Stunden. Auf eine genaue Zeit wollen sich die Fünf verständlicherweise nicht festlegen lassen. Eine kleine Vorgabe gibts aber: Das Licht am Fahrrad soll am Abend nicht mehr angemacht werden müssen.

Erdei gesteht: Normal ist eine solche Tour sicher nicht. Aber jeder von uns sitzt regelmäßig, zum Teil fast täglich auf dem Rad. Wir haben Substanz. Die brauchen die geübten Radsportler, Läufer, Du- und Triathleten auch dringend. Schließlich gehts auf den 543 Kilometern zwar am Anfang und am Schluss den Berg runter, doch dazwischen liegen die Alpen und zahlreiche Anstiege. Pro Fahrer haben wir mit 20 Litern Getränken kalkuliert, berichtet Erdei. Selbstverständlich werden die ebenso wie die Nahrung nicht auf dem Rad mitgeschleppt, sondern im Fahrzeug, das Begleitfahrer Josef Baier steuert.

Entschlossen zu der (Tor-)Tour haben sich die Fünf im Winter. Auf dem Rad dafür trainiert wird, seitdem das Wetter gut ist. Und das wars in diesem Jahr zum Glück schon sehr früh. Auf die Idee gekommen, sich für den ambulanten Kinder-Hospizdienst Pusteblume zu quälen, kamen sie einerseits wegen des Todes eines Radkollegen. Andererseits durch den Backnanger SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber, den Vetter Ralf Kirchers. Als die Fünf sich überlegten, für welchen guten Zweck sie schwitzen wollen, sagte Gernot: Pusteblume wäre doch etwas, berichtet Erdei.

Mittlerweile haben er und seine Kollegen die Aktion recht professionell aufgezogen. Im Internet stehen auf der Seite Informationen zu dem Rad-Abenteuer. Zudem können sich dort Firmen sowie Privatleute, die die Aktion unterstützen, präsentieren. Erdei: Unsere Ziele sind: Riva in der vorgegebenen Zeit erreichen und insgesamt 10000 Euro einnehmen. Die gehen sicher bis auf den letzten Cent an Pusteblume, müssen die Spenden doch von vornherein aufs Konto des Kinder-Hospizdienstes eingezahlt werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Firmen und Einzelpersonen auf den Einzahlungsbeleg unbedingt Gardasee dazu schreiben, erklärt Mieke Müller-Nielsen, die Koordinatorin des Kinder- und Jugend-Hospizdienstes. Sie freut sich selbstverständlich über die Hilfe, denkt aber auch an die tapferen Radler: Das Wichtigste ist für mich, dass die Fünf gut ankommen und unterwegs nichts passiert.

Wer die Aktion unterstützen will, soll direkt ans bei der spenden. Den Vermerk unbedingt dazuschreiben.