Dank Spende weiterhin Strom

BKZ-Leser helfen: Fördertöpfe ermöglichen den Diakoniestationen und Ämtern schnelle Hilfen

Eine Konstante der Weihnachtsspendenaktion BKZ-Leser helfen ist die Unterstützung der Helfer vor Ort in Form eines Spendentopfs. Mit den insgesamt neun Förderbudgets können die fünf Diakonie- und Sozialstationen, das Kreis- und Sozialamt, der Verein Kinder- und Jugendhilfe oder der Kreisdiakonieverband schnell und unbürokratisch helfen.

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. Barbara Monauni, die Fachbereichsleiterin der Paar-, Familien-, Lebens- und Sozialberatung des Kreisdiakonieverbands Rems-Murr, schildert exemplarisch drei Fälle, in welcher Form sie dank der Spendengelder helfen kann.

  Familie I. lebt mit drei Kindern in einem alten Haus zur Miete. Die Bausubstanz ist energetisch sehr ineffizient, sodass hohe Betriebskosten anfallen. Frau I. versucht den Lebensunterhalt der Familie durch eine Vollzeitstelle und eine 450-Euro-Anstellung zu sichern. Für die Arbeitswege fallen zusätzlich überdurchschnittlich hohe Fahrtkosten an. Der Mann bezieht eine kleine Rente. Nachdem dann die Firma, in der sie im Nebenjob arbeitet, plötzlich insolvent wird, steht nur noch ein Einkommen zur Verfügung. Unglücklicherweise wird nahezu gleichzeitig eine größere Autoreparatur fällig. Frau I. macht sich schnell auf die Suche nach einer neuen Nebentätigkeit, die sie auch bald antreten kann. Trotzdem entsteht für sie ein Lohnausfall von fast drei Monaten. Dies hat zur Folge, dass die Rücklagen, die eigentlich für die hohen Energiekosten gedacht waren, aufgebraucht sind. Es droht die Abschaltung des Stroms und die Öltanks sind leer. Durch eine einmalige Beihilfe aus den BKZ-Spendenmitteln kann die Abschaltung des Stroms verhindert werden.

  Das Ehepaar L. ist berentet und erhält aufstockende Leistungen zur Grundsicherung. Frau L. leidet an einer schweren chronischen Erkrankung. Krankheitsbedingt braucht Frau L. eine spezielle Ernährung, die den Geldbeutel zusätzlich belastet. Dazu kommen noch erhöhte Energiekosten, da Frau L. auf gut geheizte Räume angewiesen ist und sie in einer schlecht isolierten Wohnung leben. Herr und Frau L. sind ständig bemüht, mit dem begrenzten Budget auszukommen und zu sparen, wo sie nur können. Seit Jahren tragen sie ihre alten Mäntel auf und bringen ihre Winterschuhe immer wieder zur Reparatur. Durch eine Beihilfe aus den BKZ-Spendenmitteln kann sich das Ehepaar winterfest einkleiden, um weiterhin auch in der kalten Jahreszeit gemeinsame Spaziergänge zu unternehmen.

  Frau S. verdient ihren Lebensunterhalt durch ein festes Arbeitsverhältnis. Aufgrund einer seltenen Krankheit wird sie vorübergehend arbeitsunfähig und bezieht Krankengeld. Zur Behandlung der Krankheit sind regelmäßige Fahrten zu verschiedenen Ärzten notwendig. Frau S. versucht sich über mehrere Monate über Wasser zu halten, was aber irgendwann nicht mehr gelingt. Ihre Wohnungsmiete liegt über den anerkannten Unterkunftskosten, dadurch werden aufstockende Leistungen abgelehnt, da das Jobcenter nur die anerkannten Kosten für die Unterbringung in der Berechnung berücksichtigen darf. Neben dem fehlenden Geld ist daher auch keine Befreiung von der GEZ möglich und auch die Müllgebühren können nicht erstattet werden. Diese Sonderausgaben führen dazu, dass das Geld für die nächste Monatsmiete nicht bezahlt werden kann. Durch die Übernahme einer Kaltmiete aus den BKZ-Spendenmitteln kann ein weiteres Abrutschen der finanziellen Situation verhindert werden.