Thomas Hornauer will Schultes werden

Exzentrischer Geschäftsmann bewirbt sich als „unternehmerischer Bürgermeister“ in Plüderhausen

Paukenschlag kurz vor Ende der Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl: Thomas Hornauer will Schultes von Plüderhausen werden. Der stadtbekannte Unternehmer, unter anderem Geschäftsführer der PlüderhausenerFirma Telekontor, die das Lichtkristallzentrum im Ort betreibt, hat jüngst seine Bewerbung im Rathaus abgegeben. Er ist der vierte Bewerber. Neben Amtsinhaber Andreas Schaffer wollen auch Christian Maier und Friedhild Anni Miller den Posten des Bürgermeisters.

Thomas Hornauer tritt als Bewerber bei der Bürgermeisterwahl in Plüderhausen an. Archivbild: E. Layher

Von Nadine Zühr

PLÜDERHAUSEN. Thomas Hornauer ist ein Exzentriker, wie es keinen zweiten weit und breit gibt. Hornauer, 56 Jahre alt, brachte es von einem alten Firmengebäude mit Backsteinfassade in Plüderhausen aus als Geschäftsführer der Telekontor GmbH&Co.KG durch das Betreiben zahlreicher 0190-Hotlines zum Multimillionär. 2003 übernahm er den baden-württembergischen Sender B.TV. Die Landesanstalt für Kommunikation entzog ihm die Lizenz wieder, weil sie an Hornauers persönlicher Zuverlässigkeit zweifelte. Warum möchte Hornauer nun Bürgermeister werden? „Weil es mir Spaß macht, weil ich was bewegen will“, sagt er. Er suche auch eine neue Herausforderung. Warum das? Das Lichtkristallzentrum sei fertig, der Umbau auch. „Der Feinschliff wird immer weitergehen“, so Hornauer. Aber: „Im Groben ist das jetzt abgeschlossen.“

Er wolle, erklärt der 57-Jährige, in Plüderhausen stabilisierend wirken durch seine unternehmerische Beständigkeit. Und: „Demokratie und Leben bedeutet halt auch ständige Veränderung. Deswegen sind meine zwei Kernthemen Stabilität und Veränderung“.

Fans sagen: „Herr Hornauer, du bist mein Vorbild. Ich feiere dich.“

Ganz viele Menschen seien unzufrieden und wollten Veränderung. Dafür stehe er, so Hornauer. „Ich liebe Kulturarbeit, neue Kulturen und Ideen zu schaffen.“ Seine Zielgruppe, die am meisten Unterstützung brauche, sei die Jugend. Seine Fans, erklärt Hornauer, seien Jugendliche aller Nationalitäten. Diese sagten ihm mitunter: „Herr Hornauer, du bist mein Vorbild. Ich feiere dich.“

Er habe, so erzählt Thomas Hornauer unter anderem auch, in den vergangenen zwölf Jahren in Thailand ein eigenes Dorf aufgebaut, „fast so groß wie Plüderhausen“, habe für Infrastrukturen gesorgt, Strom verlegt und anderes mehr. Er verstehe daher, was so eine Gemeinde brauche. „Wenn ich einer Gemeinde Stabilität und Wohlstand bringen will, da hilft nur eins: Geld.“

In Plüderhausen sei für die Menschen zu wenig Geld, in Bauobjekte aber zu viel Geld geflossen. Die Jugend liege ihm besonders am Herzen. Sein Ziel sei es, für alle eine bessere Lebensqualität zu schaffen, „vor allem im Umgang im menschlich-sozialen Bereich. Ich möchte neue soziale Räume schaffen für die Jugend, für die Alten.“ Der Marktplatz, merkt Hornauer zu Plüderhausen an, sei „komplett tot“. Darüber hinaus wolle er die Gemeinde unternehmerisch führen, falls er gewählt wird. „Ich bin kein Politiker“, sagt Hornauer. Für den Fall seiner Wahl als Bürgermeister stellt er in Aussicht: „Plüderhausen bekommt dann keinen Politiker, sondern einen unternehmerischen Bürgermeister.“ Er wolle auch etwas tun für die Unternehmer, fährt Thomas Hornauer fort. Er wolle Einzelunternehmen nach Plüderhausen ziehen, insbesondere Internetunternehmen.

Thomas Hornauer kam in Reutlingen zur Welt. Er zog im Alter von sechs Jahren nach Welzheim und lebte dort von 1966 bis 1983. Dann kam er nach Plüderhausen und zunächst nach Walkersbach. Hornauer tritt als parteiloser Kandidat zur Bürgermeisterwahl an. Er ist ledig und hat drei Töchter. Zur Frage der Religion sagt er, er sei ein christlich geprägter, gläubiger Mensch.

Am Sonntag, 25. Februar, wählen die Plüderhausener ihren Bürgermeister. Schafft im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit, dann wird ein zweiter Wahlgang notwendig. Dieser würde am Sonntag, 11. März, stattfinden. Bewerbungsschluss war am Montag.