Breitbandausbau im Visier

Allmersbach im Tal gilt als gut versorgt – Kommunales Glasfasernetz käme auf elf Millionen Euro

Von Armin Fechter

ALLMERSBACH IM TAL. Die Gemeinde wird beim Breitbandausbau „sukzessive rangehen“. Diese Marschroute hat Bürgermeister Ralf Wörner jetzt im Gemeinderat ausgegeben. Allmersbach im Tal gilt als gut versorgt und hat deshalb derzeit – im Gegensatz zu anderen Kommunen im Rems-Murr-Kreis – wohl keine Chance auf eine lukrative Bundesförderung. Gleichwohl steigen auch in Allmersbach die Erwartungen, was die Leistungsfähigkeit der Internetversorgung angeht. Es gelte deshalb, so Wörner, den Blick in die Zukunft zu richten und zu klären: Was ist zu tun, was kostet es?

Genau darum ging es bei der Breitbandstudie, die das Backnanger Beratungsunternehmen tkt teleconsult jetzt vorlegte. „Die Kosten sind ein Faktor“, bestätigte Experte Jürgen Deller. Um zukunftsträchtige Glasfaserverbindungen an jedes Haus in der Gemeinde zu führen, sind nach seinen Angaben 348 Kilometer Kabel zu verlegen. Und das ist nicht im Hauruckverfahren zu packen. Deller schätzt, dass die Gemeinde damit 10, wenn nicht sogar 15 Jahre beschäftigt ist. Glasfaser, so erläuterte er die Technologie, ermögliche Geschwindigkeiten von 1000 Megabit pro Sekunde und mehr. Kupfernetze hingegen seien für Breitband wegen ihrer hohen Dämpfung nicht geeignet. Ziel müsse sein, Glasfaser bis zu den Häusern beziehungsweise sogar bis zu den Wohnungen zu bringen: „Da muss die Reise hingehen.“ Dieses innerörtliche Netz sei dann noch mit der Datenautobahn zu verknüpfen, die der Landkreis als Backbone bereitstellt.

Deller bezifferte den Aufwand für den Bau des Glasfasernetzes in Allmersbach auf über elf Millionen Euro nach heutigen Konditionen, wobei der Großteil der Kosten, etwa 80 Prozent, auf die Tiefbauarbeiten entfallen. Pro Jahr werde mit einer Preissteigerung um 3,5 Prozent zu rechnen sein. Zu der Investition seien zwar keine Bundes-, aber eventuell Landesfördermittel zu erhalten. Das entsprechende Landesprogramm setzt dabei auf kommunale Netze. Die Gemeinde kann ihr Netz dann, wie Deller erläuterte, vermieten oder veräußern.

In Anbetracht der Kosten empfahl er, gleich damit zu beginnen, bei Sanierungen, etwa im Kanalnetz, die passende Infrastruktur mit in den Boden zu legen. Man werde aber nicht umhinkommen, auch mal eine Strecke ohne eine sowieso laufende Sanierung auszubauen.

Auf die Frage nach der Lebensdauer erklärte Deller: „Wir werden nicht erleben, dass technisch etwas die Glasfaser überholt.“ Seit den Achtzigerjahren werde dieser Lichtwellenträger verbaut, die Haltbarkeit betrage „30, 40 Jahre, wahrscheinlich länger“.