Mordprozess geht weiter

Im Fall Asien-Perle haben beide Seiten Revision eingelegt

BACKNANG/STUTTGART (log). Nachdem am Landgericht Stuttgart im Fall Asien-Perle am 1. Februar beide Angeklagten wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren, haben nun sowohl deren Verteidiger wie auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Den beiden Angeklagten wird zur Last gelegt, die Chefin des Backnanger Restaurants Asien-Perle im März 2016 überfallen und brutal zu Tode geprügelt zu haben. Im Verfahren haben die Beschuldigten den Raub zwar gestanden, nicht aber den Mord an der 53-jährigen Frau. Durch DNA-Spuren waren die Ermittler den Männern auf die Spur gekommen. Bereits direkt nach der Verkündung des Urteils hatten die Anwälte der beiden verurteilten Rumänen angekündigt, sich damit nicht zufriedenzugeben. „Wir haben im Verfahren auf Raub mit Todesfolge plädiert und halten das auch nach wie vor für vertretbar“, hatte Verteidiger Boris Müller gesagt. Staatsanwalt Wolfgang Friedrich hingegen hatte gefordert, dass zusätzlich zur lebenslangen Haftstrafe die besondere Schwere der Schuld anerkannt wird, da beide Männer einschlägig vorbestraft sind. Das hätte es den beiden Männern erschwert, nach 15 Jahren Haft auf Bewährung freizukommen. Dem war das Gericht nicht nachgekommen.

Bis allerdings mit einer endgültigen Entscheidung gerechnet werden kann, werden noch Monate vergehen, erklärt der Sprecher des Landgerichts Stuttgart, Johannes Fridrich. Verteidiger und Staatsanwaltschaft haben nun noch einige Wochen Zeit, um die Forderung nach Revision schriftlich zu begründen. Dafür können sie beispielsweise Verfahrensmängel benennen. Hiernach werden die Akten dem Bundesgerichtshof zugesandt, der das Urteil auf Rechtsfehler überprüft. „Bis der BGH die Akten bekommt, ist es wahrscheinlich April oder Mai. Mit einer Entscheidung ist vor dem Herbst nicht zu rechnen“, sagt Fridrich. Er sei aber guter Dinge, dass das Urteil rechtskräftig werde.