Märchenhafter Aufstieg

Die Backnanger Sängerin Vanessa Mai wird in Berlin mit dem Echo in der Kategorie Schlager ausgezeichnet

Bei der Goldenen Henne im September 2015 ging die Sängerin Vanessa Mai aus Backnang noch leer aus. Gestern Abend dann die Überraschung bei der Echo-Preisverleihung in Berlin: Mai bekam die Trophäe in der Kategorie Schlager.

Von Null auf Wolke 7: Die neue Schlagerprinzessin Vanessa Mai. Foto: A. Becher

Von Ingrid Knack

BACKNANG.Ein Millionenpublikum konnte es am Fernsehschirm mitverfolgen, die ARD sendete direkt aus der Messe Berlin: Vanessa Mai hatte sich neben alten Hasen in dem Genre wie Wolfgang Petry, Semino Rossi, Fantasy und der Band KLUBBB3 mit Florian Silbereisen, Jan Smit aus den Niederlanden und Christoff de Bolle aus Belgien qualifiziert – und siegte. Im Sauseschritt machte die 23-Jährige, die 1992 in Aspach als Vanessa Mandekic geboren wurde und in Backnang aufwuchs, Karriere. Es ist noch nicht lange her, als sie von der Band Wolkenfrei als Sängerin angeheuert wurde. Die langjährige Frontfrau der Marc-Fischer-Band, Heike Wanner, hatte die mittlerweile als Wolkenfrei auftretende Band im Sommer 2012 aus persönlichen Gründen verlassen. Marc Fischer sprach daraufhin Vanessa an und der Plan, größer herauszukommen, wurde geschmiedet. Ein Produzenten- und Autorenteam wurde mit ins Boot genommen, aus einer Coverband wurde eine Formation mit eigenen Songs, Andrea Bergs Stiefsohn Andreas Ferber managte die Gruppe.

Die Debütsingle „Jeans, T-Shirt und Freiheit“ kam 2013 heraus. Im Februar 2014 erschien das Debütalbum „Endlos verliebt“, mit dem die Band aus dem Stand in allen deutschsprachigen Staaten in die Albumcharts gelangte.

Schließlich im April 2015 die überraschende Wendung: Marc Fischer und Stefan Kinski verabschiedeten sich von dem Band-Projekt, mit dem sie sich viele Jahre identifiziert hatten. Nun startete Vanessa zunächst noch unter dem Namen Wolkenfrei und schließlich als Solosängerin Vanessa mit dem neuen Künstlernamen Mai durch. Sowohl im privaten wie auch im beruflichen Bereich schwebte Vanessa Mai auf „Wolke 7“, so der Titel der ersten Single-Auskoppelung aus dem Studioalbum „Wachgeküsst“ (Mai 2015).

Im August sickerte in den Medien durch, dass Mais Manager Andreas Ferber und sie sich bereits seit 2012 kennen und seit 2013 ein Paar sind. Dass sich die beiden Ende 2015 in einem Mallorca-Urlaub verlobt haben sollen, war genau an Weihnachten in der Presse zu lesen. Auch von Hochzeitsplänen war in den Medien schon die Rede. Einen Hochzeitstermin gebe es aber noch nicht.

Immer wieder war Vanessa Mai in TV-Shows zu sehen und zu hören, zum Beispiel bei „Die Besten im Sommer“ mit Florian Silbereisen oder im ZDF-Fernsehgarten. Der erste Top-10-Erfolg folgte auf den Fuß: Das Album „Wachgeküsst“ erreichte die Position sieben der deutschen Albumcharts. Auch Platzierungen in Österreich und der Schweiz blieben nicht aus.

Am 18. September 2015 folgte mit „Wachgeküsst“ die zweite Singleauskopplung aus dem Album, am 9. Oktober 2015 kam mit „Wachgeküsst (Live)“ das erste Livealbum der Sängerin heraus. Und es gab noch eine weitere Singleauskopplung, die am 11. Dezember veröffentlicht wurde: „In all deinen Farben“. Eine Woche später freuten sich die Mai-Fans über eine Weihnachtssingle mit dem Titel „Ein Engel in der Weihnachtszeit“.

Damit nicht genug. Die DSDS-Fans kennen Mai mittlerweile als Jurorin neben Dieter Bohlen, Michelle und H.P. Baxxter: Seit Anfang dieses Jahres sitzt sie nun also in der neuen Jury zur 13. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“. Die Fernsehzuschauer durften Bilder von ihr im knappen Badeanzug sehen, die bei den Dreharbeiten zum DSDS-Recall auf Jamaika entstanden sind. Wie auf rtl.de zu lesen ist, war es für die Sängerin nicht leicht, auf Knopfdruck sexy aus dem Meer zu steigen: „Es war schwer. Ich fand mich so unsexy wie ein Elefant, aber es ist ja zum Glück was Gutes dabei herausgekommen“, wird die DSDS-Jurorin dort zitiert.

Nun auch noch eine Echo-Auszeichnung. Sicherlich fühlt sich Vanessa Mai wie wachgeküsst aus einem schönen Traum, doch das Ganze ist Realität.